Flo HolnburgerYabazz-ChefredakteurEhingen setzte insgesamt über 62 Minuten auf junge U23-Spieler während es Jena bei rund 7 Minuten beließ. Niemand setzt in der ProA vehementer auf einheimisches Talent.
Drei Viertel überzeugte man auf hohem Niveau, ehe im Schlussviertel der Sieg beinahe verspielt worden wäre. Glück gehabt, Unkonzentriertheiten werden in der ProA gerne hart bestraft.
Drei Viertel überzeugte man auf hohem Niveau, ehe im Schlussviertel der Sieg beinahe verspielt worden wäre. Glück gehabt, Unkonzentriertheiten werden in der ProA gerne hart bestraft.
Das war unnötig eng gestern Abend in der Ehinger Längenfeldhalle. Erdgas Ehingen/Urspringschule konnte seine Partie gegen die Science City Jena mit 84:80 (34:26) gewinnen - schwächelte dabei aber in den letzten fünf Minuten sehr. Doch der Reihe nach. Ins Spiel fanden die Steeples nämlich wie gewohnt schnell, allerdings auch offensiv orientierungslos. "Kopf runter und rein ins Zonengetümmel" hieß viel zu oft die erste und einzige Angriffsoption. Dafür stand die Defensive da wie eine Eins - die Gäste aus Jena hatten sichtlich Schwierigkeiten mit der Ehinger Verteidigung. 12:12 ging es so in den zweiten Spielabschnitt.
In diesem standen die Steeples dann in der Offensive noch nicht optimal, aber spürbar besser aufgestellt. In den zweiten zehn Minuten konnten die Ehinger auch den Grundstein für den Erfolg legen. Mit einem 9:0-Lauf kurz vor der Halbzeit sicherten sich die Steeples eine gute Ausgangsposition für das dritte Viertel. Diese nutzten die Männer von Ralph Junge dann auch gekonnt aus und verteidigten ihre Führung die stets um die Zehn-Punkte-Marke lag. Beim Stand von 62:50 ging es ins letzte Viertel. Junge musste dabei ohne Kevin Bright auskommen, der am Freitag im Training umknickte und so gestern nur 20 Minuten auf dem Parkett stand.
Zu Beginn des letzten Viertels war die Stimmung vor 685 Zuschauern dann gelöst im Längenfeld. Das lag daran, dass es in der 33. Minute 71:54 stand und die Steeples wie die klaren Gewinner aussahen. Jedoch kamen die Gäste immer näher ran - was an der schwächeren Verteidigung der Ehinger lag. Als dann auch noch fünf Minuten vor Schluss Center-Stammspieler Andreas Büchert mit dem fünften Foul auf die Bank musste, war der Weg für die Gäste frei. Besonders unterm Korb, wo Büchert fehlte, räumte dann Jeremy Black für Jena bei den Rebounds ab und streute elf seiner insgesamt 24 Punkte ein. So wurde es am Ende ganz knapp. Letztlich war auch eine ordentliche Portion Glück mit dabei, dass der Sieg nicht noch abhanden kam. "Ich freue mich sehr, dass wir den Erfolg noch heimschaukeln konnten", sagte Junge nach dem fünften Heimsieg der Saison.
Kurios war der Spielverlauf auch, wenn man sich ansieht wie viele Punkte die Steeples in den einzelnen Vierteln erzielten und einstecken mussten: Im ersten Viertel 12:12, im Zweiten 22:14, im Dritten 28:24 und im Letzten dann 22:30. Sprich: Je besser die Offensive lief, desto schlechter verteidigten die Steeples. Ein weiterer Knackpunkt, warum es letztlich noch so eng wurde, waren erneut die Freiwürfe. Wie vergangene Woche in Crailsheim, als die Steeples nur gut die Hälfte ihrer Freiwürfe verwandeln konnten, trafen die Ehinger auch gestern schlecht von der Linie. 61 Prozent sind zwar eine Steigerung, allerdings immer noch bei Weitem kein ProA-Niveau. Auch von außerhalb der Drei-Punkte-Linie blieben die Steeples blass. Nur zwei ihrer zehn Versuche brachten sie im Jenaer Korb unter. Nichtsdestotrotz haben die Steeples gewonnen und das, wie der Gästetrainer Georg Eichler sagte, "sehr verdient und mit viel Herz".
Kommendes Wochenende haben die Steeples spielfrei, was Junge, mit Blick auf seinen Verletzten- und Krankenstand begrüßt. In zwei Wochen geht es dann nach Chemnitz.
Punkte Erdgas Ehingen/Urspringschule: Calvin (17 Punkte), Creekmore (17), Büchert (16), Müller (8), Williamson (7), Bright, Jahn (je 6), Vargas (5), Matthews (2, 8 Assists).
Sascha Burger, Südwest Presse, 28.11.11
Auf einen Blick
Wer
Science City Jena @ Erdgas Ehingen/Urspringschule
Wo
Längenfeldhalle, Ehingen
Wann
27.11.11
Was
Beide Teams kämpfen um die Playoffs. Ein direktes Duell mit einem Gegner gleicher Kragenweite.
Warum
Ehingen setzt massiv auf die Talente Kevin Bright, Akeem Vargas, Malik Müller und sofern wieder fit auch Julius Wolf und Kenneth Ogbe.
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