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LTi Giessen 46ers vs
EWE Baskets Oldenburg
78 - 73
Nov. 28, 2009 / BBLJohannes Lischka und Jannik Freese führen LTi Giessen 46ers zum Sieg gegen EWE Baskets Oldenburg!
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EWE Baskets Oldenburg:

Während die Hessen ihrem Erfolg gegen die Artland Dragons innerhalb von acht Tagen gleich den nächsten Paukenschlag folgen ließen, mussten sich die Gäste aus dem Norden bereits zum dritten Mal in dieser Saison nach einem Auswärtsspiel mit der Rolle der enttäuschten Gratulanten bescheiden. Nur ein Spieler mit engem Bezug zur Huntestadt hatte Grund zum Strahlen: Jannik Freese, gebürtiger Oldenburger, trug 14 Punkte zum Sieg der 46ers bei.

In der Sporthalle Ost sah es lange so aus, als könnte sich der amtierende Meister in einer gutklassigen und intensiven Begegnung auf seine gewohnten Qualitäten verlassen und einen kontinuierlichen eigenen Vorsprung nutzen, um den Gegner auf Distanz zu halten. Da die Oldenburger es aber verpassten, die Führung deutlicher zu gestalten, und die Giessener eine ohnehin schon gute Leistung im Schlussviertel zu einer exzellenten steigerten, geriet die Angelegenheit doch noch außer Kontrolle. „Unsere Konzentration hat am Ende leider nachgelassen, dazu kamen einige schlechte Entscheidungen im Angriff“, resümierte Baskets-Trainer Predrag Krunic, der nicht vergaß, die „gute Leistung und einen verdienten Sieg“ der 46ers herauszustellen.

Im Rückblick wurde die verpasste Chance noch einmal deutlich: Die Oldenburger entschieden die ersten drei Viertel für sich, führten im Schlussabschnitt mit 59:46 und wirkten wie der sichere Sieger – bis eine leidenschaftlich kämpfende Giessener Mannschaft immer stärker wurde und einen 14:0-Lauf zum 60:59 hinlegte. Was nun schief gehen konnte, ging schief; nicht nur vergaben die Baskets zuweilen einfache Korbleger, sondern büßten am Ende auch noch Rickey Paulding ein, der umknickte und in den letzten Minuten nicht mehr eingesetzt werden konnte. Ob die Blessur am Fuß, der schon beim Spiel in Athen nach einem leichten Trainings-Unfall in Mitleidenschaft gezogen war, zu einer Pause führt, bleibt abzuwarten.

Mindestens verblüfft waren die Oldenburg auch angesichts der Tatsache, dass die 46ers ihren Sieg auf ganz und gar andere Art und Weise einfuhren als den vorangegangenen gegen die Dragons: Hatten gegen Quakenbrück noch Teague, Jeffers, Williams und Johnson 75 Punkte erzielt, brillierten diesmal andere: Johannes Lischka (15 Punkte), Jannik Freese (14) und Stevan Tapuskovic (13) führten Giessen zum Sieg. Teague hingegen (9 Punkte, 4/18 Treffer aus dem Feld) blieb blass, der angeschlagene Williams erzielte keinen Zähler, Johnson zumindest kam auf zehn Punkte und Jeffers war mit einer Grippe im Bett geblieben.

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LTi Giessen 46ers:

Vor den eigenen Fans, die sie zuletzt zu zwei Heimsiegen in Folge getragen hatten, machten die LTi 46ers schnell klar, dass sie sich auch durch den Ausfall von Jeffers, der zu Hause das Bett hüten musste, nicht von ihrem Aufwärtstrend abbringen lassen wollten. Die in der Formation Williams, Teague, Lischka, Johnson und Kohlmaier in die Partie gestarteten Mittelhessen spielten von Beginn an entschlossen und couragiert mit und lieferten sich mit dem Euroleague-Teilnehmer ein packendes Duell auf ansehnlichem Niveau.

Bei den Gästen blitzte zunächst immer wieder die individuelle Klasse von Spielern wie Rickey Paulding, Je'Kel Foster oder Bryan Bailey auf. Mitte des ersten Viertels lagen die Huntestädter auch mit 14:7 vorne (5.), doch die Gießener Fünf hielt mit nimmermüdem Einsatz immer dagegen und profitierte auch davon, dass die Oldenburger offensiv mitunter fahrig wirkten und bei weitem nicht alle vermeintlich einfachen Wurfchancen in Zähler ummünzen konnten. Spätestens als nach einer schönen Einzelleistung von David Teague zum 15:16 in der zehnten Minute auch die ersten Punkte für den abwechselnd von Foster oder Paulding hauteng bewachten derzeitigen Beko BBL-Topscorer notiert werden konnten, war klar, dass mit den 46ers an diesem Abend wieder zu rechnen war.

Erstaunlicherweise war es nicht der in den ersten Wochen der Saison überragend aufgelegte, gegen Oldenburg mit neun Zählern (4 von 18 aus dem Feld) aber erstmals in dieser Spielzeit unter seinen Möglichkeiten gebliebene Teague, sondern andere Spieler aus der Truppe von Cheftrainer Vladimir Bogojevic, die ihrem Team im Verlauf der Begegnung den Weg in Richtung Saisonsieg Nummer drei wiesen. Etwa Stevan Tapuskovic: Der serbische Flügelspieler nutzte seine Chance, lieferte auf beiden Seiten des Feldes eine beherzte und für seine 20 Jahre erstaunlich routinierte Vorstellung ab, die von Bogojevic mit einer rund 26-minütigen Einsatzzeit belohnt wurde. Tapuskovic hatte immer ein Auge für den besser postierten Teamkollegen und brachte seine Gegenspieler mit seinen offensiven Aktionen (zweimal netzte er per "Floater" ein, der erste zum 22:24/14.) mehrmals ins Grübeln.

Unter den Brettern gefiel besonders Jannik Freese. Von seinen Mitspielern, die den Ball im Angriff konsequent und mit viel Tempo nach innen zu bewegen versuchten, ein ums andere Mal gut in Szene gesetzt, suchte der Center der LTi 46ers gegen die lange Garde der Baskets um Ex-NBA-Center Ruben Boumtje-Boumtje immer wieder mutig den Abschluss; 14 Punkte, vier Rebounds und vier gezogene Fouls in etwas mehr als 18 Minuten Präsenz auf dem Feld waren der Lohn für den gebürtigen Oldenburger. Johannes Lischka (diesmal Topscorer mit 15 Punkten in 18 Minuten) verkörperte einmal mehr idealtypisch die Abteilung Attacke, zog ohne Rücksicht auf Verluste zum gegnerischen Brett und auf diese Weise fünf Fouls, so viele wie kein anderer auf Seiten der 46ers.

Nach der Hervorhebung dieses Trios darf eine Würdigung aller übrigen beteiligten 46ers-Spieler jedoch nicht fehlen, denn letztlich war es eine konzentrierte Vorstellung des gesamten Teams, die den Weg zum Heimerfolg gegen die im bisherigen Saisonverlauf der Beko BBL erst zweimal besiegten Norddeutschen ebnete. 17 Assists, eine mit 39:36 gewonnene Reboundbilanz und sechs Akteure zwischen acht und 15 Punkten waren Ausdruck der starken Kollektivleistung einer vom immer besser in Fahrt kommenden Aufbauspieler Austen Rowland umsichtig geführten Gießener Mannschaft. Einziger Wermutstropfen: Bei Lorenzo Williams machte sich im Verlaufe der Begegnung wieder jene Sprunggelenksverletzung bemerkbar, durch die der Spielgestalter in dieser Saison schon vier Partien verpasste – ab der 23. Minute (37:45) musste Williams dauerhaft auf der Bank Platz nehmen.

Von dort aus sah der US-Spielmacher ab dem 40:50 (24.) ein LTi 46ers-Team, das die Zuschauer in der Folge in Verzückung versetzte und teilweise Zauber-Basketball bot. Als Kevin Johnson in Minute 33 bei einem Fastbreak Johannes Lischka mit einem hinter dem Rücken gespielten Pass bediente und der Nationalspieler daraufhin spektakulär per Slam Dunk zur 60:59-Führung vollendete, glich die Sporthalle Ost einem Tollhaus. Ein Dreier von Stevan Tapuskovic zum 65:59 (35.) sorgte für die letzten Zähler eines 14:0-Laufs der sich in dieser Phase in einem Spielrausch befindlichen Heimmannschaft.

Die in einigen Angriffssequenzen des letzten Viertels überraschend hilflos wirkenden Oldenburger verknappten den Rückstand durch erfolgreiche Dreipunktewürfe von Bailey und Foster nochmal auf einen Punkt (69:70), doch der Siegeswille der von den Fans fantastisch unterstützten Hausherren (im letzten Viertel hielt es niemanden mehr auf den Sitzen) war zu stark. Ein aus dem dritten Ballgewinn von Stevan Tapuskovic resultierender Fastbreak-Lay-up von David Teague sowie ein Mitteldistanztreffer von Kevin Johnson zum 74:69 rund 50 Sekunden vor der Schluss-Sirene sorgten vorentscheidend dafür, dass nach Spielende eine grandiose Party-Stimmung in der Osthalle herrschte.

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Auf einen Blick

Wer
BBL // LTi Giessen 46ers vs EWE Baskets Oldenburg
Wo
Sporthalle Ost Altenfelsweg 35394 Gießen
Wann
Samstag, den 28.11.2009 um 20:00 Uhr!
Was
Hoher Besuch in der Sporthalle Gießen-Ost. Im Rahmen des zwölften Spieltages in der Beko Basketball Bundesliga gastiert der amtierende deutsche Basketball-Meister EWE Baskets Oldenburg in der Heimspielstätte der LTi GIESSEN 46ers.

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Interview

Predrag Krunic Head Coach // BBL // EWE Baskets Oldenburg ,
Krunic pausierte zwei Jahre und unterschrieb erst nach auslaufen seines Vertrages in Bonn im Sommer 2007 bei den EWE Baskets Oldenburg einen Zweijahresvertrag. Nach einigen Problemen zu Beginn steigerte sich sein Team und erreichte als fünftplazierter die Playoffs, in denen man im Viertelfinale mit den Brose Baskets Bamberg den amtierenden deutschen Meister aus dem Wettbewerb warf. Anschließend scheiterte man allerdings im Halbfinale am späteren deutschen Meister Alba Berlin. 2009 wurde er mit Oldenburg deutscher Meister. Krunic gilt als Trainer der viel Wert auf Disziplin legt und zudem über exzellente Kontakte verfügt, die es ihm immer wieder ermöglichen herausragende Spieler zu verpflichten. So holte er unter anderem Terrence Rencher (2001), Aleksander Nadjfeji (2001), Brad Traina (2002), Rimantas Kaukėnas (2003), Branko Milisavljevic (2004) und Rickey Paulding (2007) in die Liga. Immer wieder kritisiert wird hingegen die Tatsache, dass er nur ungern auf deutsche Nachwuchsspieler setzt. So zeichneten unter seiner Regie in Oldenburg in der Saison 2007/08 deutsche Spieler gerade mal für 5% der gesamten Spielzeit verantwortlich. Quelle: Wikipedia

Ihre Worte zum Spiel?

Gratulation an Gießen und Vladi (Bogojevic) zu einem guten Spiel und einem verdienten Sieg. Die Gießener Mannschaft hat gezeigt, wie gefährlich sie ist, erst recht mit dieser starken Zuschauerunterstützung im Rücken. Wir haben im letzten Viertel die Kontrolle über das Spiel verloren, auch durch nachlassende Konzentration einige schlechte Entscheidungen im Angriff getroffen, schlechte Pässe gespielt und dem Gegner damit einfache Punkte ermöglicht. Gießen hatte dann defensiv wie offensiv einen guten Rhythmus, und für uns war es schwierig zu gewinnen. Dass wir am Mittwoch in Athen gespielt haben und wir somit etwas weniger Vorbereitungszeit auf das heutige Spiel gehabt haben als unser Gegner, ist sicher ein Vorteil für Gießen gewesen, aber wir müssen mit diesem Rhythmus leben.“