Zum zweiten Mal in dieser Saison stand Ziyed Chennoufi in der Startformation der Gastgeber und wie schon seiner Zeit gegen Hagen machte der Youngster in der Anfangsphase eine gute Figur. Der 21-Jährige nahm sich der Aufgabe an den Topscorer der Gäste, Chris Oliver, zu verteidigen und hielt den US-Amerikaner ohne Korberfolg, sodass Oliver nach drei Minuten von seinem Trainer John Patrick auf die Bank beordert wurde. Dies nahm der Gästecoach zum Anlass seinen berüchtigten Guard-Terror aufs Feld zu schicken und das Spiel nahm umgehend Fahrt auf. Die Göttinger drückten mächtig aufs Tempo und führten nach einem erfolgreichen Dreier von Taylor Rochestie Mitte des ersten Viertels mit 15:11. Fünf Punkte von Christopher McNaughton ließen den Vorsprung der Gäste weiter anwachsen, sodass sich Tolga Öngören nach sieben Minuten zu seiner ersten Auszeit gezwungen sah. Doch nach den guten Anfangsminuten der Hausherren waren es weiter die Göttinger, die in der Arena Ludwigsburg den Ton angaben und so sorgte Robert Kulawick mit dem vierten Distanztreffer der Niedersachsen für einen 23:14 Zwischenstand. Michael King, der im ersten Viertel neun seiner insgesamt 28 Punkte erzielte, stoppte den 8-0 Lauf der Gäste und hielt seine Mannschaft im Spiel. Trotzdem ging es letztlich mit einem 27:18 Rückstand aus den ersten zehn Minuten.
20 Sekunden vor Schluss:
20 Sekunden vor dem Ende brachte Quadre Lollis die Stimmung in der Arena dann endgültig zum Kochen. Nach einem Fehlwurf von Rochestie war der Routinier per Korbleger zum Ausgleich erfolgreich und sorgte damit für wahre Begeisterungsstürme auf den Rängen der Ludwigsburger Heimspielstätte. Der vermeintlich letzte Angriff gehörte den Gästen, Chris Oliver verlor den Ball jedoch an Lollis. Der 36-Jährige machte somit den Weg frei für David McCray, der im folgenden Schnellangriff gefoult wurde und 0,1 Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie trat um damit den Sieg in den Händen zu halten. Dem jungen Aufbauspieler, der mit 14 Punkten eine großartige Leistung ablieferte, versagten jedoch die Nerven und beide Versuche verfehlten knapp ihr Ziel, sodass es beim Stand von 82:82 in die Verlängerung ging.
Overtime:
McCray ließ sich von seiner vergebenen Chance nicht aus der Bahn werfen und eröffnete die zusätzlichen fünf Minuten mit einem Treffer von der Dreierlinie. Kyle Visser und Kyle Bailey legten nach, sodass Ludwigsburg nach zwei Minuten mit 89:86 in Front lag. Dwayne Anderson brachte die Gäste mit zwei erfolgreichen Dreiern zurück und sorgte gut eine Minute vor Schluss für eine 92:89 Führung der Niedersachsen. Angetrieben von der tollen Stimmung in der Arena gab Quadre Lollis anschließend mit seinen Punkten 13 und 14 die passende Antwort, ehe der mit 28 Zählern beste Korbjäger Michael King sein Team 14 Sekunden vor dem Ende per Dreier in Front schießen konnte und die EnBW-Fans damit in wahre Ekstase versetzte. Nach einer Auszeit der Gäste folgte der letzte Angriff des Spiels. Die Anspannung war zum Greifen und als Ben Jacobsen schließlich zum Dreier ansetzte, hielten die 3.400 Zuschauer in der Arena den Atem an. Der Wurfversuch des Amerikaners verfehlte sein Ziel, Göttingen hatte durch Tip-Ins von Jason Boone und Taylor Rochestie jedoch noch zwei weitere Chancen sich zumindest in eine zweite Verlängerung zu retten. Letztlich blieben aber auch diese Versuche erfolglos, sodass die EnBW’ler als Sieger aus dieser an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase hervorgingen um sich nach Spielende von ihren Fans feiern zu lassen.
Auf einen Blick
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Players
Interview
John Patrick
Head Coach // BG Götingen // BBL
Was lässt sich über das Spiel gegen EnBW Ludwigsburg sagen?
Wir freuen uns sehr darauf in der neuen Arena zu spielen. Mit mehreren Beko BBL-Veteranen im Kader kennt das Ludwigsburger Team sicherlich unseren Spielstil. Ich bin mir auch sicher, dass ihr Point Guard sehr motiviert sein wird.
Wie kann man gegen EnBW Ludwigsburg gewinnen?
Ludwigsburg wird eine große Herausforderung für uns. Sie haben früh in der Saison einige große Siege erzielt. Defensiv sind sie im Saisonverlauf immer stärker geworden. Rashaun Freeman ist nun gesund. Mit Visser, Lollis und Sanders bildet er einen tief besetzten Frontcourt. Die Ludwigsburger Guards sind alle sehr athletisch. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, müssen wir ihre offensiven Rebounds limitieren und ihre athletischen Guards kontrollieren.
Es hat nicht gereicht. Wieso?
Gratulation an Tolga Öngören und seine Mannschaft. Ludwigsburg hat heute ein großes Kämpferherz bewiesen und sich den Sieg vor dieser tollen Kulisse durchaus verdient. Sie haben uns etwas die Spielweise geklaut denn es kommt nicht sonderlich häufig vor dass eine Mannschaft mehr Würfe nimmt als wir, damit sind wir in der zweiten Halbzeit nicht zurecht gekommen.


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