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Würzburg Baskets vs
Hertener Löwen
67 - 65
Mar. 07, 2010 / Pro BDimitry McDuffie & Co set the scene for Würzburg Baskets!!!
(1)(0)
 
Christoph Hackenesch
Es gibt Selbstvertrauen, wenn man 3.000 eigene Fans im Rücken hat. Wir lagen weit hinten, haben aber kühlen Kopf bewahrt
 
Marcel Schröder
Wir haben trotz des Rückstands weiter gut verteidigt und das Spiel dann über den Kampf gewonnen. Jetzt haben wir in Breitengüßbach am nächsten Sonntag das nächste Endspiel
Die Stühle und Sitzschalen im Würzburger Hexenkessel waren eigentlich überflüssig: Spätestens ab Mitte des dritten Viertels, als die Hausherren nach nervösem Beginn und einer 16-Punkte-Aufholjagd zum ersten Mal im Spitzenspiel wieder auf Tuchfühlung an die Gäste aus dem Ruhrpott herankamen, hielt es nämlich kaum noch einen der 3.000 Würzburger Fans auf seinem Sitz. Bis zum Schluss wurde die eigene Mannschaft bedingungslos nach vorne gepeitscht, am Ende erzitterte die Halle ob des Jubels in ihren Grundfesten.

„Die Stimmung war heute unglaublich, so gut wie sicher seit zehn Jahren nicht mehr. Das Spiel war aber auch sensationell“, freute sich Baskets-Geschäftsführer Jochen Bähr nach der Partie. Entscheidend für den Sieg: Der Kampfgeist und Wille der Würzburger Spieler, vor eigenem Publikum gegen Herten zu bestehen und Platz zwei in der Tabelle zu erobern. „Jeder wollte unbedingt dabei sein, ein paar Spieler haben auf die Zähne gebissen“, so Bähr.

Allen voran Center Christoph Hackenesch, der sich im Training vor zwei Wochen die Außenbänder des rechten Knöchels gerissen hatte. Mit einer engen Manschette und viel Tape schaffte es die medizinische Abteilung der Baskets, den 24-Jährigen rechtzeitig fit zu bekommen. Mit elf Punkten und 9 Rebounds in 25 Minuten Spielzeit war „Hack“ am Sonntag einer der entscheidenden Faktoren für den Würzburger Sieg. Fünf der zwölf Würzburger Offensiv-Boards (elf davon in der zweiten Halbzeit) pflückte der 2,05-Meter-Mann und bekam dafür ein Sonderlob von Trainer Marcel Schröder: „Neben unserer guten Verteidigung waren die vielen zweiten Chancen, die Christoph und die anderen langen Leute erarbeitet haben, entscheidend für den Sieg.“

Dabei hatte es über weite Strecken der ersten Spielhälfte nicht so ausgesehen, als könnten die Baskets den Gästen aus dem Ruhrpott Paroli bieten. Zu schlecht war die Trefferquote, auch einfache Chancen am Brett wurden nicht genutzt. „Am Anfang war die Nervosität zu spüren, wir standen vor dem Spiel sehr unter Druck. Da hat bei einigen schon das Händchen gezittert“, so Schröder. Es dauerte dreieinhalb Minuten, ehe Monty Rogers die ersten Würzburger Punkte erzielte, nach zehn Minuten waren es nur sieben. Herten konnte sich zwar in Korbnähe nicht durchsetzen, traf aber wenigstens von außen.

„Herten war taktisch sehr gut auf uns eingestellt, aber unsere Verteidigung hat uns im Spiel gehalten“, analysierte Schröder. Die Offensiv-Flaute der Baskets dauerte bis zur 17. Minute beim Spielstand von 12:28, dann schalteten die Hausherren ein bis zwei Gänge höher und verkürzten mit einem 10:2-Lauf vor der Pause auf 22:30. Teil zwei der Aufholjagd folgte im dritten Viertel. In der 29. Minute traf Chris Heinrich einen Freiwurf zum 40:40, mit 45:45 ging es in die letzte Viertelpause.

Für die erste Würzburger Führung des Spiels zeichnete Christoph Hackenesch in der 31. Minute verantwortlich: Der 24-Jährige schnappte sich einen Offensiv-Rebound, wurde beim erfolgreichen Korbleger gefoult und verwandelte den Bonus-Freiwurf zum 48:46. „Es gibt Selbstvertrauen, wenn man 3.000 eigene Fans im Rücken hat. Wir lagen weit hinten, haben aber kühlen Kopf bewahrt“, sagte Hackenesch.

In der Folge nutzten die Baskets ihre Überlegenheit unter den Brettern: 15 der 22 Würzburger Punkte im Schlussabschnitt erzielten die „Big Men“ Hackenesch, Chris Heinrich, Lars Buss und Dominik Schneider. „Points in the Paint“ heißt die entsprechende Spalte auf dem Scoutingbogen, und sie sprach am Sonntag eine eindeutige Sprache: Würzburg 32, Herten 10.

Und als die Hausherren 32 Sekunden vor Schluss mit 65:57 in Front lagen, keimte noch einmal Hoffnung auf, der direkte Vergleich (das Hinspiel wurde mit 65:77 verloren) könne doch noch zu Gunsten der Baskets umgebogen werden. Doch zwei Hertener Dreier durch Nic Schulwitz und Spielmacher Ahmad Smith, der über weite Strecken des Spiels bei „Mr. Defense“ Dimitry McDuffie in besten Händen war, beendeten alle Hoffnungen.

Fast wäre es sogar noch zu einer Kopie des Spiels in Ehingen gekommen, als die Baskets erst einen 17-Punkte-Rückstand aufholten und dann in der Schlussminute eine 5-Punkte-Führung noch aus der Hand gaben. Doch beim Spielstand von 65:62 traf Top-Scorer Brandon Watkins zweimal von der Freiwurflinie, ein weiterer erfolgreicher Dreier von Smith konnte das Spiel nicht mehr drehen. „Wir haben trotz des Rückstands weiter gut verteidigt und das Spiel dann über den Kampf gewonnen. Jetzt haben wir in Breitengüßbach am nächsten Sonntag das nächste Endspiel“, sagte Marcel Schröder.

Durch den Sieg gegen Herten haben die Baskets ihr Schicksal wieder selbst in der Hand: Gewinnen sie die restlichen sieben Spiele, dann beenden sie die Saison auf jeden Fall auf einem der ersten beiden Plätze. Gewinnt Herten auch nur ein Spiel mehr als die Würzburger, dann haben die Westdeutschen den Vorteil auf ihrer Seite. Und auch Ehingen kann als Vierter noch in den Kampf um Rang zwei eingreifen. Sicher ist nur eins: Das Aufstiegsrennen wird spannend bleiben bis zum Schluss.

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Auf einen Blick

Wer
Pro B // Würzburg Baskets vs Hertener Löwen
Wo
s. Oliver Arena Stettiner Strasse 1 97070 Würzburg
Wann
Sonntag, den 07.03.2010, um 18:00 Uhr!!!
Was
Sollten die Würzburg Baskets dieses Game gewinnen, dann stehen die Chancen sehr gut...
Warum
Werden die Würzburg Baskets in die Pro A aufsteigen?

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