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Ein neues Gesicht am Talentehimmel
Jan. 20, 2012 / JBBL
by Flo Holnburger
Mahir Agva – Ausnahmespieler
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39 Punkte und 15 Rebounds gegen Nördlingen. 28 und 18 gegen München oder 30 und 13 gegen Augsburg – durchschnittlich erzielt der 15-jährige Mahir Agva 27,0 Punkte und über 13 Rebounds für die Young Tigers Tübingen in der JBBL. Kein Wunder also, dass er, als einer von fünf Youngstern bundesweit, die offizielle Genehmigung erhielt die U19-Liga NBBL aufzumischen. Ein echter Ausnahmespieler eben.


„Ich bin praktisch in der dritten Generation hier.“, erzählt Mahir Agva darüber wie seine Vorfahren nach Deutschland kamen. „Mein Opa, kurdischer Abstammung, kam aus der Türkei über die Schweiz nach Deutschland um seiner Familie eine bessere Zukunft zu bieten. Er konnte bald seine gesamte Familie nachholen und so sind dann auch meine Eltern hier geboren und aufgewachsen.“ Zum Basketball kam Mahir dann eher zufällig über eine Basketball AG bei der TSG Reutlingen in seiner Schule. Talent hatte er damals offenbar schon reichlich: „Ich habe mich da offenbar ganz gut angestellt und wurde darauf zum Probetraining eingeladen. So hat das ganze angefangen!“

In der JBBL, der U15-Liga, liefert das Center-Talent derzeit mittlerweile Woche für Woche mächtig beeindruckende Zahlen ab. Als sich beim NBBL-Team Tübingens Chris Hoste verletzte brauchte das Team Hilfe auf der Fünf, so kam Mahir per Sondergenehmigung eine Klasse höher. Stolz erzählt er: „Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat.“ Vor allem ist Agva dabei im NBBL-Team kein Hinterbänkler sondern zeigt beachtenswerte Spiele. In der Südost-Divison - sozusagen die Power-Conference der NBBL - wartet beinahe jede Woche ein starker Gegner auf. Gegen München und deren Riesentalent Bogdan Radosavljevic kam er auf 2 Punkte und 6 Rebounds, gegen Urspring und deren Kalidou Diouf gab es 4/6 zu vermelden und zuletzt gegen Würzburg stand er 32 Minuten auf dem Feld und markierte 6 Punkte und 10 Boards. Mit anderen Worten: Der Nachwuchsspieler hat den Wurf ins kalte Wasser gut verkraftet, auch wenn ihn ein höheres Niveau erwartet: „Die Spieler in der NBBL sind ja alle älter, dadurch wird das Spiel viel robuster, schneller und auch intensiver. Die Zonenverteidigung macht natürlich auch einen großen Unterschied aus.“, vergleicht Agva die beiden Ligen.

Mit 2,02m Körperlänge und 103 kg im Alter von 15 Jahren hat Mahir Agva einen riesigen Vorteil. „Sicherlich spielt meine Größe eine wichtige Rolle für mein Game, aber im Basketball gehört eben viel mehr dazu als nur groß zu sein.“, sagt er. Damit liegt er natürlich richtig, und auch Agva hat mehr installiert als nur lang zu sein. Einer wie er findet bspw. immer einen Weg sich in der Zone durchzusetzen und zum Abschluss zu kommen. „Ja, zu meinen Stärken gehört, glaube ich, mein Inside Game“, bestätigt er bescheiden, „aber wenn man 15 ist hat man eh mehr Schwächen als Stärken.“ Und was sind dann seiner Meinung nach die Schwächen? „Die verrate ich Dir natürlich nicht!“, lacht er, „In der Offseason wird aber wieder ordentlich daran gearbeitet.“

Klar, dass sich auch die Jugendnationalmannschaft meldete und die Bundestrainer Mahir einmal von der Nähe betrachten wollten. Kurz vor Weihnachten wurde er zum Tryout in den nach Kienbaum eingeladen. Darüber berichtet er: „Die Sichtung verlief ganz gut fürs erste, ich war mit meiner Leistung soweit zufrieden und bin der Meinung, dass ich mir schon einen Platz in der Nationalmannschaft erkämpfen kann.“, erzählt er und fügt an: „Das wichtigste ist aber, dass ich in den drei Tagen eine Menge gelernt habe, es war eine sehr gute Erfahrung.“

Viele Pausen gönnt er sich nicht. Die Kombination zwischen Schule und Training mache einen müde, sagt er. Zu lange ruhe er sich aber nicht aus, denn „ich hab ja noch was vor!“, fügt er an. Was wären so die Pläne? „Als allererstes ist es für mich wichtig mit den Young Tigers Tübingen soweit zu kommen wie möglich, ein großer Traum wäre natürlich auch die Nationalmannschaft. Aber all das hängt von meiner Entwicklung ab.“


Gibt es auch Pläne oder Träume? „Natürlich wünscht sich so ziemlich jeder Jugendliche in meinem Alter irgendwann mal an einem College oder in der BBL zu spielen, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich setze mir immer kleine Ziele, sodass ich Schritt für Schritt besser werden kann.“

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