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by Flo HolnburgerMahir Agva – Ausnahmespieler
„Ich bin praktisch in der dritten Generation hier.“, erzählt Mahir Agva darüber wie seine Vorfahren nach Deutschland kamen. „Mein Opa, kurdischer Abstammung, kam aus der Türkei über die Schweiz nach Deutschland um seiner Familie eine bessere Zukunft zu bieten. Er konnte bald seine gesamte Familie nachholen und so sind dann auch meine Eltern hier geboren und aufgewachsen.“ Zum Basketball kam Mahir dann eher zufällig über eine Basketball AG bei der TSG Reutlingen in seiner Schule. Talent hatte er damals offenbar schon reichlich: „Ich habe mich da offenbar ganz gut angestellt und wurde darauf zum Probetraining eingeladen. So hat das ganze angefangen!“
In der JBBL, der U15-Liga,
liefert das Center-Talent derzeit mittlerweile Woche für Woche
mächtig beeindruckende Zahlen ab. Als sich beim NBBL-Team Tübingens
Chris Hoste verletzte brauchte das Team Hilfe auf der Fünf, so kam
Mahir per Sondergenehmigung eine Klasse höher. Stolz erzählt er:
„Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat.“ Vor allem ist Agva
dabei im NBBL-Team kein Hinterbänkler sondern zeigt beachtenswerte
Spiele. In der Südost-Divison - sozusagen die Power-Conference der
NBBL - wartet beinahe jede Woche ein starker Gegner auf. Gegen
München und deren Riesentalent Bogdan Radosavljevic kam er auf 2
Punkte und 6 Rebounds, gegen Urspring und deren Kalidou Diouf gab es
4/6 zu vermelden und zuletzt gegen Würzburg stand er 32 Minuten auf
dem Feld und markierte 6 Punkte und 10 Boards. Mit anderen Worten:
Der Nachwuchsspieler hat den Wurf ins kalte Wasser gut verkraftet,
auch wenn ihn ein höheres Niveau erwartet: „Die Spieler in der
NBBL sind ja alle älter, dadurch wird das Spiel viel robuster,
schneller und auch intensiver. Die Zonenverteidigung macht natürlich
auch einen großen Unterschied aus.“, vergleicht Agva die beiden
Ligen.
Mit 2,02m Körperlänge und 103 kg im Alter von 15
Jahren hat Mahir Agva einen riesigen Vorteil. „Sicherlich spielt
meine Größe eine wichtige Rolle für mein Game, aber im Basketball
gehört eben viel mehr dazu als nur groß zu sein.“, sagt er. Damit
liegt er natürlich richtig, und auch Agva hat mehr installiert als
nur lang zu sein. Einer wie er findet bspw. immer einen Weg sich in
der Zone durchzusetzen und zum Abschluss zu kommen. „Ja, zu meinen
Stärken gehört, glaube ich, mein Inside Game“, bestätigt er
bescheiden, „aber wenn man 15 ist hat man eh mehr Schwächen als
Stärken.“ Und was sind dann seiner Meinung nach die Schwächen?
„Die verrate ich Dir natürlich nicht!“, lacht er, „In der
Offseason wird aber wieder ordentlich daran gearbeitet.“
Klar, dass sich auch die
Jugendnationalmannschaft meldete und die Bundestrainer Mahir einmal
von der Nähe betrachten wollten. Kurz vor Weihnachten wurde er zum
Tryout in den nach Kienbaum eingeladen. Darüber berichtet er: „Die
Sichtung verlief ganz gut fürs erste, ich war mit meiner Leistung
soweit zufrieden und bin der Meinung, dass ich mir schon einen Platz
in der Nationalmannschaft erkämpfen kann.“, erzählt er und fügt
an: „Das wichtigste ist aber, dass ich in den drei Tagen eine
Menge gelernt habe, es war eine sehr gute Erfahrung.“
Viele
Pausen gönnt er sich nicht. Die Kombination zwischen Schule und
Training mache einen müde, sagt er. Zu lange ruhe er sich aber nicht
aus, denn „ich hab ja noch was vor!“, fügt er an. Was wären so
die Pläne? „Als allererstes ist es für mich wichtig mit den Young
Tigers Tübingen soweit zu kommen wie möglich, ein großer Traum
wäre natürlich auch die Nationalmannschaft. Aber all das hängt von
meiner Entwicklung ab.“
Gibt es auch Pläne oder
Träume? „Natürlich wünscht sich so ziemlich jeder Jugendliche in
meinem Alter irgendwann mal an einem College oder in der BBL zu
spielen, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich setze mir
immer kleine Ziele, sodass ich Schritt für Schritt besser werden kann.“




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