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by Flo HolnburgerKyrie Irving, Ricky Rubio und Co. - Die NBA-Rookies
Doch erst ein Dlashback. Ein blonder Spargeltarzan aus Würzburg kam 1998 von der BBL in die NBA und sah in seinen ersten Spielen die Gegnerschaft erstmal nur von von hinten. Es herrschte zuvor Lockout und Dirk Nowitzki kam praktisch ohne eine auf NBA-Niveau gezielte Vorbereitung zum Debüt. Dabei wurde er gleich vom deutschen NBA-Veteran Detlef Schrempf mehrmals nass gemacht. Rund 8 Punkte pro Auftritt, Buhrufe und Draft-Bust-Äußerungen begleiteten eine enttäuschende Rookie-Saison. Wir wissen wie es weiterging: Im Sommer schuftete er in der Summer League, ihm gelang eine sorgenlose Vorbereitung, Nowitzki steigerte seine Punkteausbeute auf 17,5 und war plötzlich wieder die Zukunft der Dallas Mavericks.
Umso verwunderlicher wie bspw. No.1-Pick Kyrie Irving einschlägt und das von Gott und LeBron James verlassene Cleveland wieder neue Hoffnung gibt. Alleine seine statistischen Werte sind überragend, erinnern beinahe an Double-MVP Steve Nash. In 28 Minuten verwandelt der 19-jährige und in Australien geborene Irving über 50% der Würfe, über 40% der Dreier sowie über 80% von der Linie und hat damit Ramon Sessions längst auf die Bank verbannt. Knapp 18 Punkte pro Abend liefert er ab, nur die 5 Vorlagen haben noch Verbesserungspotential. Trotzdem schwärmt die Presse von Irving - zurecht, einen ähnlichen Input hätte man sich im vergangenen Jahr eigentlich vom „Blue Jesus“ John Wall gewünscht. Das Loser-Team der Cavaliers liegt derzeit bei überraschend starker 7-10-Bilanz. Verwunderlich ist da auch warum Kyrie Irving bei derartigen Leistungen und Lob überlegt bei Olympia 2012 für Australien aufzulaufen. Wartet er ein paar Jahre und entwickelt sich entsprechend weiter dürfte das US-Team anfragen. Für deren Jugendteam spielte er ja bereits.
Überhaupt hat der
11er-Jahrgang einen brutalen Überschuss an starken Point Guards. Der
21-jährige Kemba Walker (FOTO) von den Charlotte Bobcats rückte
mittlerweile in die Starting Five (11/3/3) und übernimmt abwechselnd
mit Ewigkeitstalent DJ Augustin den Spielaufbau. Walker war der
Leader des NCAA-Titelverteidigers Connecticut und ist eine absolute
Führungspersönlichkeit. Mit Pick 9 gelang den Bobcats ein echter
Steal.
Weitere Point Guards haben sich mittlerweile einen
Starterposten erkämpft. Der 21-jährige Ricky Rubio von den
Minnesota Timberwolves rutschte beim 2009er Draft nur auf Rang Fünf
ab, da der Spanier noch ein paar Jahre zu Hause bleiben wollte. Die
Wartezeit hat sich für die T-Wolves gelohnt - nicht umsonst ist
Rubios Nickname „Der spanische Mozart“. Rubio zeigte bereits beim
Olympia-Finale 2008 zu welchen Leistungen er befähigt ist, aber die
Jahre in Spaniens Liga machten ihn endgültig zu einem fertigen
NBA-Spieler. Als Starter kommt er auf 12 Punkte, fantastische 9
Vorlagen, giftige Defense und überraschend clutchem Play. Rubios
Einschlag dürfte auch Kevin „Ich bin der beste Vierer der NBA“
Love eher überzeugen im scheußlich-kalten Minnie zu bleiben.
Mike
Bibby? Zu alt. Toney Douglas? Zu inkonstant. Also steckte
Knicks-Coach Mike D'Antoni mittlerweile Iman Shumpert in die
Startformation. Es war eine der wenigen guten Entscheidungen des
allseits gebashten D'Antoni. Der lange Shumpert (17.Pick) bekam die
Lizenz zu werfen und scort bei bescheidenen 38% Quote starke 12,3ppg
und bringt vor allem wunderbare Perimeter-Defense bei der lausigsten
Team-Defense der Liga. Ein Problem nur: New York verliert mit ihn
weiterhin reihenweise Spiele.
Eine frühe Rookie-Sensation ist
mittlerweile wieder etwas abgekühlt: Norris Cole von
Titelmonsterfavorit Miami. Der 23-jährige 28.Pick bringt aktuell
noch starke 9 Punkte pro Einsatz aufs Parkett verliert aber zunehmend
Anteile an den endlich etwas konstanter auftretenden Mario Chalmers,
der zudem auch besser verteidigt. Der schnelle Cole dürfte dennoch
weiterhin für ordentlichen Punch von der ansonsten blanken Heat-Bank
bringen. Bei den Detroit Pistons hat indes längst die Jugend Einzug
gehalten. Die dicke Kohle verdienen zwar noch Ben Gordon, Charlie
Villanueva und Rodney Stuckey, Leistung bringt aber Sophomore Greg
Monroe und Point Guard Brandon Knight. Der 20-jährige vom
Edel-College Kentucky muss sicherlich noch an seinem Wurf arbeiten
hat das Herz aber am richtigen Fleck. Warum sollte Detroit da noch
mit seinem teureren Klon Stuckey verlängern?
Auch nicht-Point
Guards haben sich in die Startformation gespielt. Jon Leuer
(2rd Pick 40) aus Milwaukee verblieb den Lockout über in der BBL bei
Frankfurt. Er wird von Bucks-Coach Scott Skiles gelobt, was bei einem
derartigen „harten Hund“ immer eine gute Sache ist. Vor Drew
Gooden und Ersan Ilyasova beginnt er meist beide Halbzeiten. In New
Jersey steht der athletische Guard-Forward MarShon Brooks samt
seinem Allround-Play im Fokus. Sollte er seine Form halten dürfte er
bei den Nets nix zu befürchten haben. Anthony Morrow oder Jordan
Farmar darf man mittlerweile getrost vergessen, weiteres Hoffen auf
deren Durchbruch ist eigentlich sinnlos. In Houston wurde ein
„Whitey“ durch einen anderen ersetzt. Der athletische Chase
Budinger kann alles außer defenden, wer allerdings Kevin Martin im
Team stehen hat, benötigt auf der Drei etwas handfesteres. Also
rückte Chandler Parsons auf (6ppg, 2nd Pick 38), der sich
voll in den Dienst der Rockets stellt. Mit ihm und einem entfesselt
spielenden Kyle Lowry starteten die Texaner einen beachtlichen Run.
Der reboundstarke Markieff Morris (13.Pick, Suns) wird in
einer Saison in der ein dichter Schedule vieles von Oldie Grant Hill
und Dauerwackler Channing Frye abverlangt noch öfters starten
dürfen. Der robuste Forward ist einfach so solide wie unspektakulär.
Wenn San Antonio beim Draft tätig wird lohnt sich immer ein Blick.
Pick 15, Kawhi Leonard rückte mittlerweile für den lange
verletzten Manu Ginobili auf und wird von Coach-Legende Gregg
Popovich als mögliche Bruce Bowen Kopie gelobt. Schluck.... muss der
Alamo immer von derart dreckigen Defendern beschützt werden? Leonard
spielt auch die Drei und wird irgendwann wohl auch Richard Jefferson
verdrängen. Zuletzt durfte auch ein waschechter Schweizer in der
ersten Fünf ran. Bei den Philadelphia 76ers fällt der Dauermalade
Spencer Hawes des öfteren aus, so übernimmt derzeit der 16.Pick
Nikola Vucevic und schlägt sich mit einem durchschnittlichem
„Dub-Dub“ in den Starteinsätzen mehr als stark. Okay, Vucevic
ist kein totaler Eidgenosse sondern eigentlich Montenegriner, aber in
der Schwyz geboren.
Satte 12 Rookies stehen also voll im NBA-Alltag, macht es ihnen der lange Lockout wohlmöglich sogar leichter, da viele NBA-Profis die Beine in der Pause schön hochlegten? Egal, mehr Talent kommt nach, Jimmer Fredette (10.Pick) aus Sacramento nervte nicht nur Mathis Mönninghoff bei der vergangenen March Madness sondern dürfte auch in der NBA als Edelscorer auffallen. Pick No.3 Enes Kanter steckt in Utah leider noch hinter Al Jefferson, Paul Millsap und Derrick Favors fest. Dabei produzierte er auch nach einjähriger College-Sperre im EM-Sommer für Türkeis Nationalteam großartige Zahlen. Derrick Williams (Pick 2) aus Minnesota wirkt manchmal so voller Power wie Blake Griffin, dann plötzlich wieder wie ein Hillbilly-Frischling. Talent hat er, nur Spielzeit benötigt er. Warum der konfuse Minnie-Coach ihn allerdings nicht in die Starting Five packt, versteht nur der. Cleveland holte neben Irving auch No.4-Pick Tristan Thompson, der kanadische Combo-Forward hat ebenfalls viel Potential. Jonas Valanciunas (5) stopfte bei der EM über Nowitzki, in der NBA wird er es allerdings schwerer haben. Ob er sich jemals in der NBA wie auch die Rohtalente Jan Vesely (CZE, 6) und Bismack Biyombo (KGO, 7) durchsetzt bleibt zweifelhaft.
Derweil hat der letzte Pick des 11er Drafts – also Pick 60 – Guard Isaiah Thomas für Sacramento bereits drei Double-figures-Spiele abgeliefert. Und dies im völlig überlaufenen Kings-Frontcourt. Beeindruckend. Wie eben der gesamte Jahrgang.
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