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Warum sich der Center endgültig in der BBL festsetzt
Jan. 24, 2012 / BBL
by Flo Holnburger
Stefan Schmidt... und dann war nichts mehr wie es war
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„Der Welpenschutz ist mittlerweile wirklich vorbei.“, sagt der 22-jährige Stefan Schmidt, Center beim BBL-Team BBC Bayreuth. Es ist nun an der Zeit endlich harte Spielminuten zu sammeln um besser werden zu können, den nächsten Schritt anzugehen und in der BBL eine echte Zukunft zu haben. Zu Beginn der Saison musste Schmidt dabei noch auf der Bank schmoren, wurde in den ersten vier Partien sogar zwei mal komplett übergangen, doch seit dem Trainerwechsel lösten sich beim BBC sowie bei Schmidt alle Sorgen in Luft auf. Das Team nimmt Richtung Kurs Playoffs und der ehemalige Hinterbänkler hilft kräftig mit.

Zumeist machen es sich Fans, Experten oder Medien sicherlich zu leicht wenn etwaige Probleme eines Sportteams auf den Trainer abgewälzt werden. Und auch wenn seit dem Abgang Andreas Wagners aus Bayreuth vieles besser läuft, wurde der selbige sicherlich nicht gänzlich sinnfrei vom DBB zum Bundestrainer der Damenauswahl ernannt. Mit dem neuen Coach Marco van den Berg kam trotzdem die Wende, nicht nur beim Team.

So spricht sich Stefan Schmidt - der im Sommer mit dem A2-Team noch in China unterwegs war und zuvor noch in Bayreuth verlängerte da ihm mehr Spielzeit versprochen wurde - über den Verlauf des bisherigen Jahres aus. „Die Saison hat leider nicht so angefangen wie es mir versprochen wurde, deshalb war ich über den Trainerwechsel auch nicht ganz unglücklich.“, sagt er recht deutlich, fügt jedoch an: „Aber trotzdem weiß ich natürlich, dass man nirgends Spielzeit geschenkt bekommt. Zum Glück konnte ich beim neuen Trainer gleich einen guten Eindruck hinterlassen und habe mir die Spielzeit erarbeitet.“ Allgemein betrachtet gibt er übrigens jungen Spielern den Rat auf ihre Spielzeit zu achten und nicht um jeden Preis in die BBL wechseln zu wollen.

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Kevin Durant und Bayreuth – Hoax oder doch ernst gemeint?

Ich habe ehrlich gesagt nicht viel darüber nachgedacht, es würde mich nur ablenken. Ich weiß deshalb auch gar nicht woran es letztendlich gescheitert ist. Ich denke aber, dass es kein Marketing-Gag war, weil es ja zuerst von Durant´s Agenten veröffentlicht wurde und dann blieb dem BBC ja nichts anderes übrig. Aber die Geschäftsführung macht einen sehr guten Job, deshalb hielt ich es nicht für unrealistisch.

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Erst kürzlich führten wir ein langes Interview mit Schmidt als Bayreuth noch mächtig in der Krise steckte. Er meinte damals das Team habe dennoch alles was es brauche um erfolgreich zu ein. Sicherlich nicht jeder, auch nicht wir waren da der selben Meinung, doch er sollte Recht behalten. Seit der Ankunft des holländischen Trainers cruist man zu einer 7-6-Bilanz und schlug sich vor allem auch gegen die „McMoneysaks“ der BBL wie Bamberg, München oder Berlin beachtlich aus der Affäre.


Was denkt Schmidt über den 41-jährigen den neuen „Suit an der Seitenlinie“? „Ich denke, dass der Trainer und sein Konzept schon sehr viel ausmachen. Er gibt dem Team unglaublich viel Freiheiten in den Spielzügen und das passt eben sehr gut zu den verschiedenen Typen, die wir haben. Außerdem ist er jemand, der sehr genau weiß was er will und das verlangt er auch von den Spielern ab. Aber solang der Erfolg und Entwicklung dahinter steht, arbeitet man gerne hart!“, antwortet er.

Schmidt durfte in besagten 13 Spielen rund 16 Minuten pro Einsatz ran und scorte dabei 4,5 Punkte im Schnitt. Kombiniert mit seinem Einsatzwillen und der engagierten Defense-Arbeit erarbeitete sich der 2,07m lange Center-Forward sogar für zwei Spiele einen Platz in der Starting Five, was für einen deutschen Spieler in dieser Liga - besonders unter den finanzschwachen Clubs - immer noch eine Ausnahme darstellt. Der Befreiung Schmidts scheint demnach viel mit van den Berg tun zu haben, wobei er die Connection allerdings als eine übliche bezeichnet: „Ich würde es als normales Spieler-Trainer Verhältnis beschreiben. Ich fühle mich aber sehr wohl bei ihm und habe das Gefühl, dass er mich weiterbringen will und mir hilft den nächsten Schritt zu machen. Natürlich verlangt er manchmal auch viel von mir, aber ich finde das gut, denn Kritik macht einen nur besser!“

Van den Berg kitzelt also mit offenbar durchaus strenger Gangart das Beste aus seinem Spielermaterial heraus. Die Erfolg sind unbestreitbar, das Management hat bereits mit ihm verlängert. Bei Schmidt indes purzelten von Woche zu Woche die persönlichen BBL-Rekorde (13 Punkte oder 24 Minuten Parkettzeit sind die neuen Bestmarken). „Noch ist es schwierig für mich konstant auf hohem Niveau zu spielen.“, entgegnet er, „Aber es ist natürlich ein tolles Gefühl in der Starting 5 zu stehen und habe auch die letzten Spiele etwas an Selbstvertrauen tanken können.“ Nach der Allstar-Day-Pause will er nun wieder an die vorherigen Leistungen anknüpfen.

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Socken und Wuschelfrisur. Wie kam's dazu?

Die hochgezogenen Socken trage ich erst seit letztem Jahr. Die ganze Mannschaft muss die Socken tragen, weil sie von einem wichtigen Sponsor sind. So langsam habe ich mich dran gewöhnt und weiß gar nicht mehr wie es ist ohne sie zu spielen. Wie es zur Frisur kam ist eine gute Frage, ich trage diese bestimmt schon seit 10 Jahren. Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern... und ja, es sind Naturlocken!
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Sind danach Playoffs drin? Derzeit liegt der BBC auf Rang Zehn und hat zwei Spiele Rückstand auf Platz Acht. Auf die Abstiegszone sind es wiederum allerdings auch nur drei Siege. Die Liga ist eng, und deswegen entgegnet Schmidt auch: „Unser wichtigstes Ziel ist der Klassenerhalt und das sollte auch erstmal unser Ziel bleiben.“ Er lässt aber ein Hintertürchen offen: „Die Liga ist unglaublich ausgeglichen und da kann man ganz schnell wieder unten drinnen stehen. Wir wollen vorerst nicht über Playoffs nachdenken und am 25. Spieltag schauen wo wir stehen, dann darf auch das Wort "Playoffs" in den Mund genommen werden.“

Stefan Schmidt wird für Bayreuth alles geben, fällt er doch oftmals als besonders beherzter Spieler im „beherztesten“ Teams der Liga auf. Sollte am Ende des Jahres der Klassenerhalt geschafft sein, wird Schmidt stolz zurückblicken können. Denn den Sport auf hohem Niveau zu betreiben, das versteht er schon lange, aber es ist die Saison in der er endlich eine echte und faire Chance bekam sich in der BBL zu beweisen.

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