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Mit 15 in der ProB, mit 16 in der ProA. Das ist David Taylor.
Feb. 05, 2012 / NBBL
by Flo Holnburger
David Taylor - Scoring-Wunderkind
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Ach, der Allstar Day war super. Es ist sicherlich eine große Ehre nominiert zu werden und vor so großem Publikum zu spielen. Aber es steht halt der Spaß im Vordergrund, da ist mir die Vereinssaison schon wichtiger.“ Das sagt der 17-jährige Allstar David Taylor aus Bayreuth und Sohn des legendären Derrick Taylor. Die Einladung zum NBBL-Bestentreffen ist dabei nur ein Beleg wie stark er sich seiner ersten richtigen Saison innerhalb der Jugendliga schlägt. Michael Jordan kennt sein Talent schon länger...

Der 95er-Jahrgang spielte bereits im vergangenen Jahr - per Sondergenehmigung, die in „talentierten“ Ausnahmefällen bundesweit bis zu 5 JBBL-Spieler jährlich zulässt - in der NBBL und zeigte damals schon seine Qualitäten als Scorer. In dieser Saison punktet Taylor für Bayreuth in der toughen “Power-Division“ der NBBL mittlerweile satte 19.1 Punkte pro Spiel. Das sehr junge Bayreuther Team zeigte dabei derart beachtliche Auftritte, dass allmählich Vergleiche mit Jena angebracht sind. Denn bleiben die Stützen wie eben Taylor, Tyree Seyferth und JBBL-Talent Leon Kratzer zusammen könnte das Team in ein, zwei Jahren reif für größere Aufgaben sein. „Ich denke wir sind auf einem guten Weg und ich persönlich möchte das Team auch nicht verlassen nur damit ich woanders einmal ins Final Four gelange. Ich will den Erfolg mit meinem Team haben.“ Ein vorbildliche Aussage des NBBL-Freshmans, der aktuell auf Rang 7 der Scoring-Liste steht. „Ich hatte vor der Saison schon große Erwartungen an mich.“, sagt er selbst über seine Leistungen. „Ich habe im Sommer einfach gut gearbeitet und viel trainiert.“ Er absolvierte neben der U16-EM (10ppg) auch die komplette Vorbereitung des Nürnberger ProA-Teams.

Immer rein in die „Paint“

David Taylor hat sich deshalb noch mal entscheidend verbessert. Natürlich befindet sich ein Youngster in dieser jungen Phase einer Karriere noch in der Entwicklungsphase, dem noch viel Arbeit bevorsteht. Doch sein mutiger Drive in die Zone ist bereits jetzt eine Offensivwaffe und mehr als ein Versprechen für die Zukunft. Die „Paint“ soll dabei nicht das kleine Wohnzimmer Taylors bleiben; er baut an um den Lebensraum auf dem Court zu vergrößern. Also werkelt der 1,86m große und athletische Combo-Guard hart am Wurf was auch schon erste Erträge brachte als, bspw. bei seinem 37-Punkte-Spiel gegen Ulm als er 5 von 6 Dreiern einnetzte. Seine Entwicklung dürfte nicht nur deshalb auch weiterhin eine spannende Angelegenheit bleiben. Mit 15 Jahren stand er erstmals in der ProB auf dem Parkett, vor einigen Monaten mit 16 auch erstmals auf den ProA-Brettern, als er 8 Punkte markierte. Taylor war seiner Zeit also schon immer ein bisschen voraus.

„Coach-Sohn“

Mittlerweile trainiert er sechs Mal in der Woche, was für einen Spieler außerhalb eines Sport-Internats und in einem G8-Bundesland ziemlich optimal erscheint. Um dies durchzuziehen verlangt es einiges an Disziplin: „Ja, es ist manchmal schon etwas stressig, aber zur Not lässt man halt mal ein Training aus.“, sagt der Gymnasiast relaxt über den „Leistungssportkiller G8“. Überhaupt erinnert David in seiner gut aufgelegten und betont bescheidenen Art an seinen Vater. Besonders wertvoll ist dabei auch gerade das Training unter seinen Vater, Derrick Taylor, in Nürnbergs Profi-Team sein wo er übrigens von NBC-Urgestein Will Chavis reichlich spicken kann. Sein Vater Derrick ist bekanntermaßen die BBL-Legende, die noch im zarten Alter von 44 Jahren spielte und in der letzten Saison die Meisterschaft in Bamberg abstaubte. Ist „Daddy Cool“ eigentlich auch zu Hause ein Daddy Cool? „Ja, war er schon.“, lacht David.

Taylor erhält keine Sonderbehandlung. Das „Coach-Sohn-Dasein" ist auch kein Thema in Nürnberg. Ist es dennoch ein eigenartiges Gefühl in einem Profi-Team unter dem eigenen Vater zu spielen? „Nein, eigentlich nicht. Wir trennen das schon. In Nürnberg ist er der Coach, zu Hause eben der Papa.... natürlich reden wir aber daheim schon weiter und analysieren die Spiele.“, antwortet er. Allzu oft sehen sich die beiden außerhalb des gemeinsamen Trainings übrigens gar nicht, da David in Bayreuths zur Schule geht und Derrick „eigentlich den ganzen Tag in Nürnberg arbeitet.“ Derrick Taylor konnte früher als Spieler ganz leicht eingestuft werden: „All Heart“. Nervenstark, tough, sicherer Wurf. „Sollte ich mal so einen guten Wurf wie mein Vater haben, bin ich wirklich zufrieden.“, meint David. Interessant ist dabei übrigens, dass sein Vater ihn niemals zum Basketball pushte, David kam vielmehr wegen eines Schulkameraden zum Sport nachdem ihm Fußball zu langweilig wurde.


Hand in Hand mit Michael Jordan

David kam aufgrund seine Talents schon ziemlich viel herum in der Welt. Seine Leistungen blieben auch international nicht unbemerkt und so wurde er im vergangen Jahr als einer der 40 besten europäischen Talente im vergangenen Jahr zum Tryout für das Jordan Brand Classic eingeladen. Zwei alljährlich vom Nike-Sportmarken-Abkömmling „Jordan“ abgehaltene Jugendspiele, welche bereits jetzt aufgrund ihrer sehr starken Besetzung große Beachtung finden und auch in Zukunft wohl immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Für das Tryout reiste Taylor in die Olympiastadt London und durfte nebenbei ein in Europa ausgetragenes NBA-Spiel in der riesigen O2-Arena angucken. Taylors Leistungen sicherten ihm ein Ticket für Charlotte wo schlussendlich das eigentliche „JBC“ stattfand. „Es hat richtig viel Spaß gemacht. Das Spiel hatte auch das höchste Niveau, das ich jemals erlebte.“, sagt er. In diesen Tagen sah Taylor NBA-Spieler wie John Wall und DJ Augustin, aber es motiviert wohl nichts mehr als dem „GOAT“ - dem Greatest of all Time – gegenüberzustehen: „Ich durfte Michael Jordan die Hand schütteln, das war schon sehr beeindruckend.“, erzählt er. Zwei Fragen durfte er auch stellen: 1. Welcher Spieler hat Dich am meisten gefordert zu spielen? Mikes Antwort: „Drazen Petrovic.“ 2. Woher hast Du Deine Motivation geholt? Mike: „Ich wollte immer besser als mein großer Bruder sein. Das hat mich gepusht.“

Unvergessliche Momente im Leben eines Youngsters, was auch Taylor bestätigt wenn er darüber spricht wie sehr ihn dieses Erlebnis motivierte. Woher bekommt David ansonsten seinen Antrieb ? „Ich denke, ich will besser als mein Vater werden!“, lautet die schneidige Antwort.

Wie von Steve Jobs gefordert: "Stay hungry, Stay foolish.."

Von welcher Seite auch immer David seinen Willen bezieht, er kann ihn gebrauchen, denn in naher Zukunft steht einiges an. Im April findet das Albert-Schweitzer-Turnier, im Sommer die U18-EM statt. Als jüngerer der beiden berechtigten Jahrgänge ist eine Nominierung natürlich auch für ein Talent wie Taylor kein Selbstläufer, aber zu erwarten ist sie trotzdem. „Ich muss mich einfach ins Team kämpfen!“, gibt er sich couragiert. Zugleich aber auch sehr ehrgeizig und fügt an als ob's nix besonderes wäre: „Ich denke für deutsche Jugendteams sollte mittlerweile immer das Halbfinale das Ziel sein.“ Stay hungry; es ist eben eine neue und erfrischende Mentalität in den Köpfen der Youngster eingekehrt. Aufgrund der besseren Ausbildung in den Jugendligen fährt man zu Großturnieren mittlerweile nicht mehr nur zum sich-abschlachten-lassen. Das potentielle U18-Team um weitere NBBL-Größen wie Paul Zipser, Ismet Akpinar und Malik Müller scheint eben stark genug zu sein.

Noch haben wir den fränkischen Baller - ohne Dialekt - mindestens eineinhalb Jahre in Deutschland, zweieinhalb dürfte er sogar noch in der NBBL spielen. Früher oder später wird er sich aber den Traum von einem US-College erfüllen. Die athletische Spielweise Taylors bietet sich dafür auch regelrecht an und Angebote und Kontakte gibt es laut seiner Aussage bereits genügend. Derzeit favorisiert er übrigens ein College an der Westküste der USA. Aber dies hat noch Zeit.

David Taylor, eines der großen Basketball-Hoffnungen Deutschlands.


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Awwww, so nette Jungs... Vor gut zwei Jahren schauten wir von Yabazz mal beim Bayreuther Jugendteam vorbei. Dabei ist ein Video von David Taylor, Tyree Seiferth und Kevin Jefferson entstanden.


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