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Büroklammer? „Nee, nur ein Teil davon.“
Feb. 20, 2012 / NBBL
by Flo Holnburger
Jonathan Malu – Here's Jonni
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Yabazz-Exklusiv - „Team-Chemie.“, meint Jonathan Malu, „Weißt Du, das wird meiner Meinung nach absolut unterschätzt. Dabei erreicht man das Ziel doch nur gemeinsam, wenn alle in den Zug einsteigen.“ Der 19-jährige Forward-Center vom NBBL-Team aus Bremerhaven tickt so. Für ihn ist die Phrase „Team-Player“ nicht hohl. Für ihn ist es Existenz. Wir sprachen mit ihm.

Wie eine Büroklammer

Aus den DBB-Headquarters kam der Tipp doch mal bei Junioren-Nationalspieler Jonni anzufragen. „Der hält dort den Laden zusammen.“ So oder so ähnlich teilte man das uns mit. Und es stimmt, selbst wenn sich der 1,99m kurze aber „eisbärige“ 110kg schwere Malu in der Offensive zurückhält, bleibt er unverzichtbar für das Team, hilft in der Defense aus, verteidigt zuverlässig seine Gegenspieler und schrubbt das Brett sauber (12rpg). Malu wirkt wie eine Büroklammer, hält alles zusammen.

Nee, da will ich mich gar nicht so herausnehmen Jeder Spieler muss seine Aufgabe erfüllen und so gesehen bin ich dann höchstens ein Teil der Büroklammer. Basketball ist eine Team-Sportart und das gefällt mir. Ansonsten hätte ich ja Tennisspieler werden können.“ Jonni Malu ist eben mit Begeisterung ein Eisbär in Bremerhaven. Über den Zusammenhalt in der Mannschaft erzählt er: „Wir haben hier schon eine super Truppe und unternehmen sehr viel miteinander, gehen öfters bowlen oder essen vor jeden Spiel miteinander.“

Und auch wenn Malu ohne seine großartigen Jung-Kollegen wie Adrian Breitlauch (15P/7R im Schnitt) oder Helge Baues (10P/8R) und dem Ivorer Bazoumana Kante (11P/3R/3A) nun nicht als Zweiter des Nordwestens in die NBBL-Playoffs einziehen würde, nominierte man eben Malu (14P/12R) sicherlich nicht zu unrecht für das NBBL-Allstar-Game. In Ludwigsburg spielte er vor 3.100 Zuschauern: „Das war richtig cool. Dort teilzunehmen ist eine echte Ehre. Es war auch einfach schön die ganzen Jungs, die ich aus der U16- und U17-Nationalmannschaft kenne, wieder zu treffen.“, sagt der Allstar, dem beim Spiel 7 Punkte gelangen. Auch mit den Profis gab's Kontakt. „Als ehemaliger Kölner sprach ich natürlich ein bisschen mit Tibor Pleiß und Philipp Schwethelm mit denen ich mal im NBBL-Team spielte.“ Und über was redet man so mit BBL-Pros? „Na, über die schöne alte Zeit in Köln.“

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Die Geschichte der Malus

1992 kamen Jonnies Eltern aufgrund politischer Gründe aus dem Kongo nach Deutschland. Ein Jahr später wurde er als Sandwich-Kind von insgesamt fünf Kindern in Wiesbaden geboren. Bald darauf zog die Familie nach Bonn wo Jonni – ja man darf es behaupten – als „rheinische Frohnatur“ viersprachig (er spricht Deutsch, Englisch, Französisch sowie den afrikanischen Dialekt Lingála) aufgezogen wurde. Auch wenn seine Familie mittlerweile in Belgien lebt bleibt der Familienzusammenhalt bestehen. „Meine Geschwister sind total Sportverrückt. Wenn sie mich besuchen muss jedes mal ein Basketballspiel sein, und in der Pause rennen sie sofort auf's Feld um zu spielen.“
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Von Kölle nach Bremerhaven

2009 war die Zeit Köln nicht ganz so schön. Damals mussten die 99ers nach der Pleite des Mäzens, für viele überraschend, Konkurs anmelden. Auch Jonni erfuhr davon erst sehr spät, so musste er sich schnell einen neuen Verein suchen und kam erstmal bei Bonn/Rhöndorf unter, immerhin einmaliger Top4-Teilnehmer. Ein folgendes Angebot aus Bremerhaven stieß dennoch auf Interesse: „Hamed hat sich gemeldet und der inzwischen in Bremerhavens BBL-Team spielende Philipp Schwethelm zeigte mir später die Stadt. Dann bin ich sofort hier her gezogen.“

Mit „Hamed“ ist Hamed Attarbashi gemeint, der 35-jährige Trainer der NBBL- und Regionalliga-Mannschaft sowie Co-Trainer des Profi-Teams. Jungs wie Dominique Johnson und Maurice Pluskota führte man, auch über ProA-Kooperationspartner Cuxhaven, schon in die erste Mannschaft. Malu könnte dieser Weg ebenfalls bevorstehen. „Ja, möglich. Mal sehen wie er sich in den eineinhalb Jahren, die er bei uns noch sicher bleibt, entwickelt.“, meint Attarbashi. Der 93er Malu beendet in wenigen Monaten seine NBBL-Zeit wird aber noch das Abitur in Bremerhaven machen. „Jonni ist ein sehr aktiver, athletischer und physischer Spieler an beiden Enden des Feldes. Obwohl er relativ klein ist, kann man von ihm immer einen Double-Double erwarten. Früher konnte er nur die Großen verteidigen, aber er kann mittlerweile auch kleinere Spieler übernehmen. In der Verteidigung hat er sich enorm verbessert... aber er kann noch besser werden.“, sagt der Coach über Malu.

Little Gortat

1,99m – in der NBBL kann ein geschickter Spieler dort locker als Center spielen, unter Veteranen wird's zum Nachteil. Und daher lobt Attarbashi auch das verbesserte Dribbeln Malus, wegen dem er eines Tages die Drei ausfüllen könnte. „Man sieht schon jetzt Erfolge, wenn er an seinen Gegenspielern vorbeizieht. Er spielt nicht nur mit dem Rücken zum Korb. Wir arbeiten derzeit viel am Wurf und am Midrange-Game, das muss sicher noch besser werden.“. Jonni selbst stimmt dem zu, merkt aber an: „Man kann immer ohne Ende an sich arbeiten.“

Jonnis Onkel ist Postboote und lieferte für den örtlichen Basketballverein die Sneakers aus. Eines Tages nahm er den bis Ende 2006 Fußballspielenden Malu zum Basketball mit. „Ja, und dann ging's eigentlich ganz schnell. Es gefiel mir, Vereinswechsel, und dann kam schon die Nationalmannschaft.“ Marcin Gortat schaute auch im Leben Malus vorbei: Der „Polnische Hammer“ mutiert derzeit gerade zu einem der besten Center der NBA, aber noch vor fünf Jahren trainierte Gortat mit dem Kölner Youngster.

Er sagte mir eine Sache, die ich nie vergessen werde.“, erzählt Jonathan Malu, „Lass Dir von niemanden einreden, dass Du etwas nicht kannst:“ Wenn er sich daran hält, wird Malu im Leben viel erreichen.



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* Here's Jonni soll übrigens eine Anspielung an die Catch-Phrase von Jack Nicholson aus Kubricks „The Shining“ sein. Wir kennen Jonni Malu jetzt auch nicht ganz so gut, sind aber ziemlich sicher, dass er nicht ganz so abgedreht ist.

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