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Die Story des 17-jährigen Swingman von Bayern München
Feb. 22, 2012 / NBBL
by Flo Holnburger
Alassane Dioubaté – Sunny
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Yabazz Exklusiv - Es gibt ein cooles Sunny, ein funky Sunny und das beste Sunny, aber es gibt definitiv nur einen Alassane „Sunny“ Dioubaté. Der 17-jährige Kölner wechselte vor zwei Jahren in das massiv umstrukturierte Nachwuchsprogramm des FC Bayern München, dort gelang dem drahtigen Allrounder die entscheidende Entwicklung zum Nationalspieler. Wir sprachen mit ihm.

Gehirnerschütterung? Absorbed!

„Sunny“ ist hart im Nehmen. Unter der Woche stürzte er während des Fahrrad-Trainings und zog sich eine mittelschwere Gehirnerschütterung zu. Doch bereits am Sonntag war er für das wichtige NBBL-Spiel seiner Münchner gegen Ludwigsburg wieder am Start. „Im Moment haben wir zwar nur noch eine kleine Chance auf die Playoffs, „sagte er vor dem Spiel, „aber ich weiß , dass wir alles dafür tun werden, um sie zu erreichen.“ Dioubaté spielte gut, scorte 14 Zähler, aber Bayern verlor und muss damit sicher in die Playdowns anstatt in die Playoffs.

Zufrieden ist man damit bei der Münchner Franchise sicherlich noch nicht, denn das Nachwuchsteam der Basketballer soll mal derart viele nationale Top-Talente wie das der Fußballer hervorbringen. Darum hat man auch kräftig investiert und mit Volker Stix, dem ehemaligen Coach der Bamberger Talentschmiede Breitengüßbachs, einen prominenten Mann installiert. Aber ein derartiger Wandel ist natürlich nicht von heute auf morgen herstellbar, sondern benötigt Jahre bis alle Abstimmungen und Feinheiten sitzen und wirken. Gute Ansätze des aktuellen Teams um eben Dioubaté und Bogdan Radosavljevic sah man genügend: „Wenn wir als Team anfangen zu klicken, sind wir schwer zu stoppen. Wir als Team, und auch ich persönlich,  hätten es aber schaffen müssen konstanter zu werden und nicht nur phasenweise aufzudrehen.“, meint Sunny selbst. Ja, es stimmt. Nach großartigem Saisonstart zog sich die Mannschaft Mitte der Saison ein paar vermeidbare Niederlagen zu und kam erst wieder zu spät in Form. Leider verlor man vor der Saison 93er-Spielmacher Alexander Blessig an ALBA Berlin, er hätte der Mannschaft gut getan.

Mit der Raute auf der Brust

Es hat schon etwas elitäres mit dem Bayern-Emblem auf der Brust aufzulaufen. Sunny erzählt über das FCB-Leben: „Uns ist allen klar, dass wir für einen großen Club auflaufen. Das gibt uns Ansporn im Training und im Spiel. Mit Bogdan haben wir eine Riesen Hilfe unter dem Korb. Auch die Teamchemie ist super, obwohl viele aus den unterschiedlichsten Städten kommen wie Würzburg oder Augsburg, und Jonas Minges kommt sogar aus Schweden.“ Wichtig auch, dass der Kontakt zur Profi-Mannschaft nicht nur auf die Zuschauerrolle im Audi Dome beschränkt ist. Sunny erzählt: „Die BBL-Spieler kenne ich persönlich gut, da ich ja die Vorbereitung mitgemacht habe, während der Saison absolvierten ich und ein paar andere Jugendspieler auch Einzeltrainings mit dem Co-Coachs der BBL Yannis Christopoulos und Dennis Wucherer. Die beiden haben echt Ahnung vom Sport und wissen, wie man besser wird und was es braucht um bei den Profis zu bestehen.“

Der 1,97m lange („Hoffentlich werden es noch ein paar Zentimeter mehr!“) und 88kg schwere Guard-Forward hat mit 17 Jahren noch eine letzte NBBL-Saison vor sich, in der er nebenbei das Abitur abschließen will. Sportlich setzt er sich genau ein einziges Ziel: „Ich will mit dem Team um die Meisterschaft spielen.“ Entwickelt er sich konsequent weiter und kommen talentierte Spieler nach ist das durchaus möglich. Da aber nun Center-Talent Bogdan Radosavljevic der U19-Liga entwachst, wird Dioubaté dabei auch die Leader-Rolle zufallen. Zwar hatte er teilweise mit unkonstanten Leistungen zu kämpfen, aber zumeist bewies er sein Können. Der drahtige, athletische Spieler hat für einen Shooting Guard nun mal eine sehr, sehr gute Länge. Die setzt er ein um starke Defense am Mann zu spielen oder um per Drive am Korb abzuschließen. Doch Sunny besitzt ein gutes Spielverständnis, ausreichend Selbstvertrauen und das weiche Händchen um zu wissen wann er seinen mittlerweile sicheren Distanzwurf auspacken kann. Sunny ist also ein echter High-Scorer mit feinster Defense-Attitude.

"Der einzige Frischling"

Das blieb nicht unbemerkt, der 94er wurde für den vorläufigen Kader des Albert Schweitzer Turniers in Mannheim nominiert. „Das verrückte ist, dass ich noch nie in irgendeinem Nationalkader war. Ich glaub, ich bin neben Stefan Wess der einzige richtige Frischling.“, sagt er selbst. Und wie schätzt er die Chancen auf eine Teilnahme ein?  „Wenn ich ordentlich spiele und in der Defense rackere denke ich, dass ich gute Chancen habe dabei zu sein. Ich hab ja beim  letzten Lehrgang gemerkt, dass ich auch zwischen all den sehr guten Spielern herausstechen kann. Beim entscheidenden Lehrgang im April werden ich alles geben um beim AST dabei zu sein , denn das wäre der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere.“

Is' was, Doc? Sunny Bugs Bunny

Mit übrigens 7 Jahren erwachte sein Interesse für Basketball, nachdem er „Space Jam“ guckte. „Michael Jordan und Bugs Bunny waren einfach krass zusammen*.“, witzelt er. Nach einer Familiensitzung entschied Sunny** 2010 von Köln nach München zu seinem guineischen Vater zu ziehen. Seine Mutter lebt nun auf dem Land wo er keinen anspruchsvollen Basketball mehr hätte spielen können, so bot sich der Wechsel in die bayerische Landeshauptstadt an.

In München hat Alassane Dioubaté einen guten Platz gefunden von dort aus er seinem Ziel ein Profi-Basketballer zu werden angehen kann. Aber ob nun  nach der NBBL-Zeit College-Basketball oder „der Einstieg ins Profi-Geschäft folgt, ich werde mich auf jeden Fall mit meiner Familie zusammensetzen um zu entscheiden.“ Um abschließend Bobby Hebbs „Sunny“ zu zitieren: „The bright days are here.“


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* Bill Murray hatte übrigens weniger Vorbildcharakter: „Defense? I don't play Defense.“


** “Der Spitzname kommt daher, weil niemand "Alassane" ordentlich aussprechen konnte - das e wird nicht mitgesprochen.  Von "San" kam's dann irgendwann auf "Sanni" und "Sunny" . Das hat sich dann so eingebürgert.“

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