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Ein Butler in Dallas. Gut so?
Feb. 15, 2010 / NBA
by Flo Holnburger
„Tough Juice“ für die Dallas Mavericks
(3)(0)
Das All Star-Weekend ging zu Ende, der Westen verlor 139-141. Der letzte Wurf des West-Teams ging nicht an den „local hero“ und diplomierten Crunch-Time-Experten Dirk Nowitzki, sondern an „coach's pet“ Carmelo Anthony.* Nun bleibt also endlich Zeit zur Analyse des ersten Blockbuster-Trades vor der Deadline.**

Tatenlosigkeit kann Dallas' GM Donnie Nelson und Quasi-GM Mark Cuban nicht vorgeworfen werden. Washingtons Caron Butler, Brendan Haywood und DeShawn Stevenson inklusive Ca$h, wechseln für Josh Howard, Drew Gooden, Quinton Ross und James Singelton ihr Gegenüber. Mit anderem Wort: „loopsided“ !

Washington gab zwei talentierte Spieler für relativ wertloses Zeug ab und dies nur um Geld einzusparen. Diese finanziell motivierten Tauschgeschäfte verzerren das Bild der Liga immer wieder erheblich. Man tat dies zuvor, man wird dies auch wieder tun. Ein Riegel könnte dem nur eine feste Gehaltsobergrenze, vorschieben.

Wie dem auch immer sei. Die Mavs haben die auslaufenden Verträge von Howard und Gooden äußerst geschickt eingesetzt. Falls Butler nicht einschlägt wird sein Vertrag im nächsten Jahr ein auslaufender und mit Haywood kamen seine Bird-Rights gleich mit. Dies ermöglicht den Mavs eine günstige Vertragsverlängerung. Gleichzeitig stellen beide Spieler immense Upgrades dar. Ideal.

Bevor Caron Butler 15 war, wurde er bereits 15 mal ins Gefängnis verfrachtet. Meist wegen Drogen-Dealerei und Diebstahl. Mittlerweile läuterte sich der bald 30-jährige – alleine zwei All Star-Nominierungen belegen dies. Der vielseitige Butler verfügt über einen starken Mitteldistanzwurf, gut in der Mann-Verteidigung, ein furchtloser Slasher und reboundet dazu bestens. “Tough Juice” ist in jeder erdenklichen Sichtweise besser als der Josh Howard von 2010.
→ Problem: Butler muss in Dallas auf der Zwei ran und spielt somit etwas “out of position”. Es bleibt abzuwarten ob er auch kleinere Spieler zuverlässig verteidigen kann. Seinen schwachen Dreier (26%) kann gerade Dallas überhaupt nicht gebrauchen.

Brendan Haywood (30) spielt seine neunte Saison. Er ist so etwas wie ein Erick Dampier 2.0 . Gutes Rebounding, Shot Blocking sowie Verteidigungsverhalten. Seine Klo-Deckel-Hände haben oftmals Probleme Pässe sicher anzunehmen - ein klassischer Center eben. Aber, ganz im Gegensatz zu Damp, bewegt er sich relativ schnell und kann ein bescheidenes Post-Game aufbieten.
→ Großartige Verpflichtung, der den meist hirnlos spielenden Drew Gooden schon jetzt vergessen macht.

Der erhoffte Co-Superstar, der ulitmative Sidekick zu Dirk Nowitzki, der Dallas zum absoluten Contender mutieren lässt, ist Caron Butler nicht. Sein “vocal leading” auf dem Feld, fehlte den Mavs aber bisher. Mit einem angeschlagenen Dampier verteidigte Dallas zuletzt katastrophal, was zu vielen Niederlagen führte. Brendan Haywood, der nun auch flinkere Center stoppen kann, ist also sehr willkommen.

Noch ist der Riese Dallas nicht nur Ruhe gekommen. Den Texanern werden noch Kontakte nach Detroit nachgesagt. Demnach würde Erick Dampier für Rip Hamilton ausgetauscht werden - der erfahrene Shooter würde sicherlich bei Dallas' ausgeprägter Dreierschwäche helfen. In diesem Falle würde dann allerdings wieder ein Back Up-Center fehlen.

Derweil erklärte Kobe Bryant vom West-Primus LA Lakers, die Dallas Mavericks zum gleichwertigen Gegner. Er muss es ja wissen...


*Trainer der West-Auswahl war sein Vereins-Trainer George Karl.


** Ein zweiter könnte folgen: Amar'e Stoudemire für die Cavaliers Ilgauskas und Hickson.

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