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Die Krise auf „Bundesebene“ interessiert Berlin in Europa nicht.
Mar. 10, 2010 / Euroleague
by Flo Holnburger
ALBA Berlin, da geht was!
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Mit einem 68-62-Auswärtssieg in Badalona zog ALBA Berlin in das Viertelfinale des Eurocups ein – den Unterbau der Euroleague. Ein zweifelsfrei beachtlicher Erfolg für den deutschen Basketball. Bemerkenswert dabei, dass Berlin Erster, der wohl schwierigsten Gruppe wurde. Da geht doch was, oder?

Der Sieg gegen den Ex-Rubio-Verein darf durchaus als Kraftakt verstanden werden. Zwei Niederlagen hintereinander in der BBL lösten eine kleine Krise und eine Neuauflage der Dauer-Diskussion um Pavicevic aus. Keine guten Voraussetzungen für das Spiel in Badalona, drei Viertel lang passte dann bei Berlins Offensive auch nicht viel zusammen. Im dritten Abschnitt lag man bereits sogar zweistellig zurück. Doch Berlin zog sich selbst aus dem Sumpf und finishte mit einer ungeahnten Offensivleistung. Badalona verschenkte vor dem Spiel haufenweise Freitickets um die Halle zwecks guter Stimmung zu füllen, was die 33 Punkte von Jenkins, Byars und Co. aber auch nicht verhindern konnte.

In zwei Wochen reisen die Albatrosse zu Hapoel Jerusalem, eine Woche darauf treffen sich die beiden Clubs zum Rückspiel in Berlin. In Istanbul sorgte Jerusalem an diesem Spieltag mit 44 Zählern für einen Punkte-Rekord in einem Eurocup-Viertel. Anführer des Teams aus der „Heiligen Stadt“ ist ausgerechnet ein Ex-Berliner. Dijon Thompson enttäuschte bei ALBA, spielt aber gerade eine starke Saison. Daneben dürften auch der gefährliche Backcourt mit Tre Simmons und Yuval Naimy zu beachten sein.

Trotzdem erscheint Jerusalem schlagbar, unterschätzen darf man sie selbstredend nicht. Für ALBA spricht jedenfalls die Art des Sieges in Badalona. Beeindruckend war der defensive Einsatz, gekrönt wurde diese dann von Immanuel McElroy (Foto), der von Krämpfen geplagt Badalonas besten Mann Clay Tucker ausschaltete. Ebenfalls hervorzuheben ist die ungewohnt fehlerfreie Leistung von der Freiwurflinie als man 20 von 22 Würfe einnetzte. Dazu arbeiteten die Center Sekulic und Chubb gut zusammen, nicht zuletzt packt Flügelspieler Derrick Byars offenbar gerade auf europäischer Ebene stets sein bestes Spiel aus. Er bringt endlich die für Berlin so dringend benötigte Gefahr aus der Distanz.

Die deutschen Spieler verlassen die Bank zumeist leider überhaupt nicht (Zwiener, Staiger) oder nur für kurze Zeit (Hamann). Die unbedingten Anführer und Erfolgsgaranten sind die US-Amerikaner:
Der Dreierschütze Derrick Byars, die „Wunder-Klette“ Immanuel McElroy, der Impulsgeber Rashad Wright und Supervisor Julius Jenkins harmonieren oftmals vorbildlich. Eine derart konzentrierte Leistung bzw. Arbeit wie im Schlussviertel gegen Badalona gesehen, lässt Hoffnung aufkommen. Das Final Four ist möglich, wenn nicht sogar mehr.

1995 gewann ALBA Berlin den Korac-Cup. Der letzte europäische Erfolg liegt also bereits satte 15 Jahre zurück. Das sei einfach nur mal so in den Raum gestellt...

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