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Weller Sports presents
Apr. 21, 2010 / Andere Ligen
by Yabazz Team
College vs. Pro
(2)(1)

Die Saison geht wieder einmal zu Ende und auch das Spielerkarussell beginnt sich langsam zu drehen. Für viele junge Spieler bedeutet das, eine Entscheidung zwischen College und einer Karriere als Profi zu treffen. Dabei gibt es jedoch kein Patentrezept, das für alle Spieler gilt. Für den einen Spieler ist es ein Traum, der in Erfüllung geht (Elias Harris sofort Leistungsträger bei Gonzaga), für den anderen entwickelt sich dieser am Ende zum Alptraum (Lucca Staiger flüchtete nach 2,5 Jahren bei Iowa State zurück nach Deutschland).

Wer mit dem Gedanken spielt, an ein US College zu wechseln, sollte sich daher die Zeit nehmen und genau darüber nachdenken, was für bzw. gegen ein Studium in den USA spricht. Als junger Spieler bringt einen die Lebenserfahrung sicher weiter. Ein paar Jahre in den USA um selbständig zu sein bzw. die Sprache besser zu lernen wird auch bei einer Karriere nach dem Sport gerne gesehen. Dabei sollte man jedoch nicht den Aufnahmetest an der Uni vergessen. Bei der Kombination Studium und Sport spielt die schulische Leistung ebenfalls eine große Rolle.

Wenn es allerdings um die sportliche Entwicklung geht, scheiden sich die Geister. In den letzten Jahren hat sich die Situation sicherlich geändert und es lohnt sich wieder, sich in Deutschland durchzusetzen. JBBL, NBBL, Deutschquoten in Pro A und B bzw. der 1. Regionalliga. Dazu eine steigende Quote in der BEKO BBL, die in zwei Jahren bei 6 Deutschen pro Team angelangt ist. Wer sich hier für einen Platz empfehlen will, sollte den Weg über die Pro A und B wählen. Denn während die Spieler in den USA meist für 4 Jahre von der Bildfläche verschwinden, können sich die Talente in Deutschland Woche für Woche beweisen. Bestes Beispiel ist hier Vincent Polakovic, der vor seinem Wechsel nach San Francisco bei Ehingen als bester deutscher Spieler in der 2. Liga galt (17.0ppg 5.1rpg 1.2apg), bereits in der A2 Nationalmannschaft debütierte und Angebote aus der BBL hatte und den heute kaum mehr jemand kennt.

Robin Benzing ist wohl das beste Beispiel für den europäischen Weg. Er hat die Aufnahmeprüfung am US College nicht bestanden und sich danach über eine starke Saison in der Pro A bei Langen für die Nationalmannschaft und den Sprung in die BBL qualifiziert. Auch ein Konrad Wysocki schaffte den Sprung in die BBL nicht durch das Studium in den USA, sondern über den Umweg Göttingen, Ehingen, Ulm. Nimmt man die BBL generell als Maßstab, dann hat kaum einer der deutschen Spieler dort den Sprung über ein College geschafft, sondern sich Jahr für Jahr in Deutschland nach oben gearbeitet. Auch die Ausnahmen wie Chris McNaughton (spielte zwar 4 Jahre für Bucknell, hätte für den Sprung von einem guten Zweitligaspieler in die BBL aber sicher ohne College weniger als die aktuellen 7 Jahre benötigt) oder Yassin Idbihi (nach 4 Jahren am College bei Buffalo schaffte er den Sprung in die BBL bei Köln, die Türe stand ihm aber als geborener Kölner mit Ausbildung im Schloss Hagerhof und beim Kooperationspartner Rhöndorf jederzeit offen) können dieses Bild wenig ändern.

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Creative Commons: lambdachialpha

Mehr über Weller Sports: http://www.weller-sports.com/

1 Comments

Flo Holnburger April 21, 2010 10:57 PM

Sehr polarisierende wie interessante Frage. Es ist zweifellos richtig, dass ein junger Spieler mittlerweile nicht mehr blind den Weg NCAA folgen muss. Hierzulande kann man richtig gut ausgebildet werden. Dirk Nowitzki ist ja auch so einer, der das US-College nicht brauchte. Selbst Milwaukees RoY-Kandidat Brandon Jennings pfiff auf das College.
Andererseits ist Elias Harris wegen seiner Spielweise wiederum besser in den USA aufgehoben. Es kommt wohl auf den Spielertyp an.

Zu Benzing noch: Er versemmelte zwar den SAT-Test, war dabei aber auch null motiviert, da ihm drüben eh eine einjährige Sperre aufgebrummt worden wäre.

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