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by Flo HolnburgerDie NBA spricht Deutsch (5) – Kevin Bright
Zum Abschluss dieser Serie möchte ich auf das Next-Gen-Talent Kevin Bright eingehen. Wir berichteten ja bereits von Talenten wie Julius Wolf, Justin Raffington, Felix Engel, Deon McDuffie oder Malik Müller. Der 17-jährige Small Forward Kevin Bright ist vielleicht die Speerspitze einer ungemein talentierten Nachwuchs-Generation, die den deutschen Basketball erwartet. Selbst In Griechenland, Kroatien oder Italien blickt man mittlerweile ein bisschen neidisch auf die hiesige Talentdichte.
Der gebürtige Mannheimer entschied sich bewusst für den Wechsel an die renommierte Urspringschule. Die Klosterschule bietet laut seiner Aussage die perfekten Rahmenbedingungen für ein Jung-Talent um sich zu entwickeln. Als 92er Jahrgang ist er dabei noch ein weiteres Jahr für die NBBL spielberechtigt, hat aber bereits die ersten und zugleich sehr zufriedenstellenden Gehversuche in der ProB, also dem Profi-Niveau, hinter sich gebracht. Mit ALBA Urspring, dem NBBL-Schwergewicht - steht er derzeit gerade in den Playoffs in aussichtsreicher Lage. Er ist dabei einer der absoluten Leistungsträger von „ALBA Süd“. Er nahm unlängst am Albert-Schweitzer-Turnier teil, dort erreichte er als Roleplayer mit der deutschen U18 den starken zweiten Platz. Er selbst blieb dabei zwar eher blass, aber das rohe Potential ist ihm dennoch einfach nicht abzustreiten.
Sieht man Bright spielen, beginnen die Augen des Beobachters zu leuchten. Trotz seines jungen Alter ist er körperlich bereits recht weit. Er ist sehr athletisch und beherrscht seine 198 cm und 92 kg in eleganter und herausragender Art und Weise. Kevin Bright trifft den Jumper sicher bis zur Dreierlinie und kann sich dabei seine eigenen Würfe kreieren. Das besondere ist nun, dass er seine athletische Klasse nicht für die Offensive spart, sondern sich ebenfalls für defensive Tätigkeiten aufopfert. Bright könnte definitiv zu einem fantastischen Perimeterverteidiger heranwachsen. Zweifelsfrei kann der Teamplayer aber auch individuelle Höchstklassse erreichen. Seine vielleicht beste Eigenschaft ist dabei gerade, dass er bereits jetzt sehr erwachsen wirkt und einen soliden Charakter aufzuweisen scheint. Er strahlt auf dem Parkett die nötige Autorität aus, um ein unbedingter Anführer zu sein. Er bewies seine Leader-Qualitäten und Nervenstärke bei Jugend-Europameisterschaften und NBBL-Playoffs.
Ob Kevin Bright noch etwas wächst muss abgewartet werden, falls nicht dürfte zukünftig der Wechsel auf die Zwei folgen. Das nötige Equipment wie Ballhandling, Sprungwurf und Athletik beherrscht er dafür bereits. Nun haben allerdings europäische Guards meist keinen leichten Stand in der NBA. Die Euro-Guards, die sich dort durchsetzen konnten kann man an einer Hand abzählen. Voraussichtlich wird Bright 2012 sein Abitur erreichen, dann kommt vermutlich der Wechsel auf ein US-College. Die Urspringschule brachte seit 2002 satte fünfzehn Jungs im College-System unter, nächstes Jahr folgen mit Justin Raffington und Felix Engel zwei weitere. Die Kontakte sind also vorbildlich. Für Kevin Bright gilt bis dahin sein riesiges Potential ansatzweise auszuschöpfen, ehrliche und saubere Entwicklungsarbeit zu leisten und zuletzt Konstanz in sein Spiel zu bringen. Erreicht er dies, kann er ohne Druck an die großen Aufgaben herangehen, die ihn dann sicherlich erwarten werden.
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