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Es steht nicht gut um die Cavs
May. 12, 2010 / NBA
by Flo Holnburger
Quitter James ?
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Nach der individuell gesehen schlimmsten Off-Night unter all seinen 70 Playoff-Partien wird sich auch LeBron James Gedanken machen, ob ein weiterer Titelrun in Cleveland noch Sinn macht. Nach der 32-Punkte-Heimklatsche und dem 2-3 ist die Serie natürlich noch nicht vorbei, aber die „LeBron-Frage“ verschärft sich zunehmend.


Gemeinsam holten sie Cleveland/Ohio aus der grauen Identitätslosigkeit und schufen einen der großen Basketballmärkte der USA. Dan Gilbert, der Besitzer der Cavaliers tat doch einiges um den rund 70km entfernt von Cleveland aufgewachsenen LeBron James ein behagliches Heim zu bieten. Eine Umgestaltung des Team-Logos und der Farbe der Sitzplätze sind da noch Peanuts. Nein, er ließ James freie Hand bei der Mitgestaltung des Kaders. GM Danny Ferry musste jede Entscheidung von „King James“ absegnen lassen. So entstand ein Team, welches komplett auf LeBron James abgestimmt zu sein scheint. Trotzdem werden die Cavaliers in den West-Semifinals von den Boston Celtics gerade gehörig vorgeführt.

Nach dem James in Spiel 5 nur mit 3/14 aus dem Feld abschloss und besonders im vierten Viertel mit schlappen zwei Punkten unsichtbar blieb, weht ihm böse Kritik von Basketball-Fans entgegen. „LeBrick James“ und „Queen James“ sind da noch die nettesten Bezeichnungen und tragen zumindest einen humoristischen Charme. Ein weiterer gern gebrachter Vorwurf: „Der große Michael Jordan hatte nie derart miese Spiele in wichtigen Spielen.“ Ob dies so stimmt? James ist erst 25 Jahre alt, Jordan war bei seinem ersten Titelgewinn 27 und erlebte sicherlich auch einige schwarze Playoff-Stunden. Immerhin wurde Jordan lange Zeit als eindimensionaler Super-Scorer angesehen, der kein Team anführen kann. Tja, einen Vergleich mit Jordan können sich die Fans halt nicht verkneifen. Fakt ist aber, LeBron James ist der aktuell kompletteste Basketball-Spieler der Welt. Fernab von seiner athletischen Dominanz bietet der „L-Train“ feinstes Ballhandling, fantastische Übersicht und schier unglaubliche Vielseitigkeit.

Klar, James packt gegen Boston zweifelsfrei nicht sein A-Game aus. Aber dies liegt nicht nur an ihm. Überspitzt formuliert: Cleveland hat vielleicht den besten Basketballer, Boston dafür die nächsten vier! Woran liegt das? Ganz ähnlich wie bei Dirk Nowitzki in Dallas, fehlt James der passende Sidekick. Ich blickte damals schon sehr skeptisch drein, als Mo Williams zum ultimativen James-Helfer stilisiert wurde. Ähnlich wie Neuzugang Antawn Jamison ist er nun in den Playoffs oftmals eine regelrechte No-Show. Dem entgegen steht die vorbildliche Winner-Mentalität, der Celtics. Die alternden „Big Three“ Kevin Garnett, Paul Pierce und Ray Allen, angeführt von Sparkling-Star Rajan Rondo und geleitet von Coach Doc Rivers strahlen eine beeindruckende Zielstrebigkeit aus. Ob der arg überfordert wirkende Cavs-Coach Mike Brown nun noch das Ruder herumreißen kann, scheint mehr als fraglich. Vermutlich muss es LeBron James ganz alleine tun. Große Leistungen, wie bereits in Spiel 3 gezeigt, sind nun gefragt. Die zwei ausstehenden Serienspiele müssen gewonnen werden.

Das sechste Spiel dieser packenden Serie, findet übermorgen in Boston statt. Sollte Cleveland tatsächlich eliminiert werden, könnte LeBron James vor dem Abschied stehen. Und warum auch nicht? Das restliche Cavs-Team hat Null Entwicklungspotential. Williams, Jamison, Andy Varejao und Delonte West werden nicht mehr besser. Vielleicht kommt der zufriedenstellende 38-jährige Altmeister Shaquille O'Neal zurück, vielleicht erlangt J.J. Hickson die nächste Ebene, vielleicht könnte ein neuer Coach frischen Schwung bringen. Viel mehr Hoffnung ist nicht angebracht. Viel Geld für Neuverpflichtungen ist nicht übrig. Attraktives Trade-Material gibt es ebenfalls nicht. „Quitter James“ also? Viele würden seinen Charakter eh gerne in der „Hall of Shame“ sehen. Trotzdem hängt LeBron James an seiner Heimat und würde ihr wohl gerne einen Titel schenken. Manche vermuten sogar, James verlässt Cleveland nicht ohne Titel. Einen Haufen Geld kann er mittlerweile ja auch dort verdienen.


Hey, ein bisschen Hoffnung besteht indes ja noch. It's over when it's over. Aber wenn es vorbei ist, passiert womöglich...

...DIES!



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Foto: Keith Allison (Creative Commons)


2 Comments

Matthias Vilkowitsch May 16, 2010 5:22 PM

des ende ist fett!!!

Flo Holnburger May 13, 2010 6:14 PM

Was ich beim ersten Ansehen gar nicht schnallte. Die Cavs-Fans buhten James aus! Sie sind es wohl überdrüssig, dass James seit Jahren sein "I-dont-know"-Spielchen treibt.

Kommentare