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Die Centerspielerin im Porträt
Jun. 29, 2010 / 2.Bundesliga Damen
by Flo Holnburger
Laura Rahn - Auf Patrouille in Hamburg
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Es ist Offseason. Also klingle ich relaxt um 11Uhr bei Laura Rahn durch. Sie antwortet, dass sie noch arbeite und erst ab 9 Uhr abends Zeit habe. Polizeimeisterin Laura Rahn schuftet neben dem Training 40h wöchentlich im Schichtdienst. So ist das Leben einer Basketballspielerin in der 2.Bundesliga Nord. Doch die Centerspielerin patrouilliert fortan nicht mehr die Straßen und Zonen Wedels, sondern wechselt Stadt und Verein. Eine Entscheidung, die ihrer Karriere nur gut tun kann.

Mit 9 Jahren machte Laura Leichtathletik. Die Mutter wollte ihre Tochter allerdings lieber in einer Mannschaftssportart sehen. Der Nachnahme schreit eher nach Fußball...ihr wisst schon: Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt...nein Rahn wirft, weil ihre Mutter eine Zeitungsannonce des lokalen Basketballvereins sah. Ein richtiger Entschluss, den die nun 1,81m große Fünferin bewies schnell ihr Talent. In Wedel etablierte sich Rahn heuer derweil endgültig zum Leistungsträger. „Trotz des Handbruchs konnte ich schnell wieder mithalten. Ich zähle nun nicht mehr zu den 'Jungen und Kleinen', sondern bin erfahren und kann anführen.“, lächelt die sympathische 24-jährige, die heuer starke 14 Punkte und 7 Rebounds im Schnitt erreichte. Bei ihrem neuen Verein, der BG 89 Rotenburg/Scheeßel, wurde sie nun für die abwandernde US-Amerikanerin Cary Schwarzer geholt. Kann sie die Leistungsträgerin ersetzen? „Wir sind unterschiedliche Spielertypen, aber ich krieg ' das hin!“, sagt Rahn selbstbewusst. „Schließlich wurde ich dafür geholt und spiele auch in der ersten Fünf. Ich werde mein Bestes geben.“, fügt sie an.

In Scheeßel, der niedersächsischen 13.000 Einwohner zählenden Kleinstadt in der Nähe Hamburgs und der Lüneburger Heide, hat Laura Rahn nun eindeutige Ziele. „Die Spielerinnen im Kader und die professionelle Struktur sprechen für den Aufstieg!“ Zusätzlich erhält sie in Scheeßel die Möglichkeit auf 20h Stunden zu verkürzen, damit hat die ehemalige Juniorennationalspielerin endlich wieder mehr Zeit für das Basketballtraining. Auf die Frage wo sie sich in fünf Jahren sieht antwortet sie: „Schwere Frage, aber ich hoffe dann mit Scheeßel  in die DBBL aufgestiegen zu sein und in der ersten Liga zu spielen.“ Mit 17 Jahren stand sie in Wedel im erweiterten Erstliga-Kader und sammelte somit bereits ersten Kontakt mit der obersten, deutschen Liga. „Ich werde aber nur so lange spielen bis die Knochen halten. Klar, die Polizeiarbeit ist mein Job, dabei bleibe ich auch nach meiner Sportkarriere. “

Eine Basketball spielende Polizistin ist sicherlich etwas ungewöhnliches. „Ich mache Streifendienst, war bei größeren Unfällen und erlebte nachwirkende Einblicke in einige Familien. Ich habe mit 19 bei der Polizei angefangen, die Arbeit hat mich schon ziemlich verändert, ich wurde deutlich erwachsener.“, erzählt die angehende Polizeiobermeisterin.

Obwohl der Damenbasketball doch feinen Team-Basketball produziert und den Fans gerade sehr packende Playoffs schenkte, steckt er seit der Auflösung von Gold Zack Wuppertal mancherorts an der Grenze zum ehrenamtlichen Amateursport. Warum sollte der Fan dem Damenbasketball eine Chance geben? „Im Damenbasketball erlebt man unglaublich viel Herz. Viele Spielerinnen opfern so viel für den Sport, da sie nebenbei noch einen Fulltime-Job bewältigen müssen. Vielleicht ist die Großstadt wegen der Konkurrenz noch nichts, aber in Kleinstädten wie Scheeßel spürt man die Euphorie bei Fans wie Zeitungen. Das ist schon toll.“  

Während Laura Rahn also für die Zukunft gut gerüstet zu sein scheint, steht in naher Zukunft eine andere Aufgabe bevor. Sie meldete sich wie einige andere Wedlerinnen als Volunteer für U17-WM in Hamburg an. Sie fungiert als Ansprechpartner aller aufkommenden Fragen für das US-Amerikanische Team. Für die „Fast-Hamburgerin“ eine leichte Sache, aber man erkennt eben auch die Leidenschaft, wenn die smarte wie realitätsnahe Rahn die spärliche Freizeit gerne für den Sport opfert.   

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