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...in Vegas
Jul. 21, 2010 / NBA
by Flo Holnburger
NBA-Summer League (1)– Die Rookies
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Die Las Vegas Summer League (LVSL) bietet eigentlich nur schlechten Basketball. Im Grunde genommen werden die Teams ja relativ kurzfristig zu Pick Up-Games zusammengeworfen. Da die Spieler zudem um einen NBA-Vertrag kämpfen, wartet reichlich Egogezocke uf den Fan, Assists werden da nur wegen der Stats ausgepielt. Und trotzdem ist ein näherer Blick auf das Geschehen in Las Vegas immer wieder interessant. Nicht nur weil so herrlich illustre Namen Joe Krabbenhoft, Jeff Pendergraph, Sean Sonnleitner oder Sylven Landesberg in den Fokus rücken und auch nicht weil der Familenname eines Miami-Spielers namens Mickell Gladness gerade den Gemütszustand des Heat-Frontoffices ausdrückt. Nein, sieht man genauer hin, kann man erkennen, wer nächstes Jahr durchstarten wird. Ob nun für „Fantasy Manager“ oder Rookie-Begutachter interessant: Hier die die Besten der LVSL '10.


John Wall – Washington Wizards – 23,5ppg – 7,8apg – 4,0rpg

Der No.1-Pick enttäuschte nicht. Er wurde verdient zum besten Spieler der SL gewählt. Wall war bester Scorer und Vorlagengeber in Las Vegas. Klar, in Nevada herrscht kaum höheres Niveau als im College, also konnte Wall auch ordentlich glänzen. Athletik, stark in der Defense, Court-Vision, echte Allrounder-Fähigkeiten und das homogene Zusammenspiel mit Center JaVale McGee war ebenso allerdings klar erkennbar. Er ist der mit Abstand beste Spieler des Drafts. Aber! Seine Wurfauswahl war in Las Vegas ausbaufähiger als die Performance von Bundesgesundheitsminister Rösler. 38% Quote, 13% Dreierquote und obendrein 5,2 Ballverluste zeigen auf woran der „Blue Jesus“ im Sommer noch arbeiten muss. Röslers Vertrag sollte indes allerdings nicht verlängert werden.

Evan Turner Philadelphia 76ers – 9,4ppg – 5,8rpg

Oh oh, da dachten doch tatsächlich einige Experten „E-Turn“ sei gegenüber John Wall die bessere Wahl. In der Summer League versuchte Turner sein ruhiges Spiel aufzuziehen. Leider nur mit wenig Erfolg. Wurf und Ballbeherrschung sind noch nicht NBA-reif. Harte Arbeit steht ihm bevor.

Derrick Favors – New Jersey Nets – 10,6ppg – 6,8rpg

Der dritte Pick hatte in der Orlando Summer League seine guten Momente. Besonders sein Profi-Debüt überzeugte dank des 23/12-Auftritts Er muss sich aber zweifellos noch an die NBA-Härte heran tasten.


Wesley Johnson – Minnesota Timberwolves – 10ppg – 1rpg

In nur einem Spiel zeigte sich Wes Johnson. Es offenbarte sich dabei schnell, dass er niemals ein Superstar wird. Für ein No.4 Pick kann sich selbst gegen aktuelle D-Leaguer nur erschreckend umständlich den eigenen Wurf kreieren, auch sein Ballhandling ist kein Material für Lehrvideos. Aber Johnson ist immerhin ein strebsamer Arbeiter, der wunderbar zu verteidigen vermag. Nach der Ankunft Michael Beasleys in Minnesota kommt er aber wohl nur von der Bank.


DeMarcus Cousins – Sacramento Kings – 14,5ppg – 9,8rpg

Sehr schön, Cousins hat vielleicht einen schwierigen Charakter, aber ist neben Wall der vermutlich einzige potentielle Superstar des Drafts. Ihn auf die Fünf abrutschen zu lassen, bleibt mir unverständlich. Sactown kann sich nun jedenfalls in royale Fäustchen lachen. Cousins präsentierte sich bestens aufgelegt, ließ aber in den letzten beiden Spielen etwas nach. Seine Wurfquote ist für einen Big Man extrem mies (33%), aber wo anders als im dürftigen Kings-Kader sollte ein Spieler aus Fehlern lernen dürfen. Die Combo Tyreke Evans/ DeMarcus Cousins dürfte den Kings-Anhängern noch viel Freude bereiten.

Ekpe Udoh (Golden State Warriors) Verletzt bis ins neue Jahr hinein. Geht das Verletzungspech der Warriors in die neue Runde?

Greg Monroe – Detroit Pistons – 14,5ppg – 8,0rpg

Viele vermuten ja, der Forward-Center hat seine Leistungsobergrenze mit bereits 20 Jahren erreicht. Aber bereits in der LSVL wurde Monroe von Spiel zu Spiel besser. Von Arbeitspferd „Big Ben“ Wallace dürfte Monroe nun ordentlich lernen dürfen. Ein geradezu optimales Entwicklungsklima für Monroe.


Die restlichen Rookies?

Indianas Paul George (15,2ppg und 8rpg) machte eine gute Figur, dürfte aber in Indiana nicht über die Reservistenrolle hinauskommen.

Der Clippers-Überraschungspick Al Farouqu-Aminu war trotz unterirdischer Quote der Topscorer des Teams (14,8ppg). Gegen NBA-Verteidiger kommt er wohl in arge Nöte. Walls Backcourt-Spezi aus Kentucky, Eric Bledsoe, kam ebenfalls bei den Clippers unter und dürfte dort fortan eine wichtige Stütze von der Bank sein.

No.9-Pick Gordon „Babyface-Assassinator“ Hayward (10,9ppg, 34%3er) dürfte perfekt zu Utah passen. Coach Jerry Sloan bewies in den letzten Jahren mehrfach, dass er bestens mit Rookies umgehen kann. Der abgewanderte und eh schwer überbezahlte Kyle Korver kann getrost vergessen werden.

Larry Sanders, der 15.Pick des Drafts kam auf 14 Punkte, 8 Rebounds und über 3 Blocks im Schnitt. Die Milwaukee Bucks können für ihren Frontcourt echte Männer, die mehr als nur gerade aus laufen können, gut gebrauchen. Ebenso könnte es dem 58.Pick ergehen. Derrick Caracter (LA Lakers) bewies echten Charakter und könnte eine Option für die schwache Lakers-Bank sein. Ich meine, mieser als DJ Mbenga und Josh Powell muss man erstmal sein.

Domonique Jones wurde als 25.Pick nach Dallas gelotst. Mit 16,6ppg, 3,8rpg und 3,4apg stieg er zu den besten Rookies in LV auf! Der gedrungene nur 1,93m kleine Shooting Guard machte einwandfrei Arbeit in der Defense und zog aggressiv zum Korb. So etwas kann Dallas immer gebrauchen. Seine Einsätze im Mavs-Kader dürften allerdings dennoch ziemlich sporadisch kommen.

Die Scout-Abteilung der New Orleans Hornets beweist immer wieder ein gutes Gespür für Talente. Mit Pick 26 holte man sich den College-Hero Quincy Pondexter. Stark in der Defense und von Spiel zu Spiel besser werdend. Ganz klar, die Hornets sollten zukünftig auf das Duo Thornton/Pondexter auf der Zwei bauen.

Jordan Crawford, den die meisten vorwiegend als LeBron James-Face-Dunker kennen, kann richtig Basketball spielen. Mit starken 16.2ppg, 3.4rpg und 2.8apg dürfte sich das sympathische Sprungwunder einen Platz in Atlantas Rotation erspielt haben. Hinter Joe Johnson, Mike Bibby und Jeff Teague wird allerdings nicht besonders viel Zeit für ihn übrig bleiben.

Den 39.Pick nutzten die New York Knicks um Landry Fields zu holen. Der Small Forward wird sicherlich keine große Rolle im Knicks-Kader spielen, aber stets ohne zu maulen die „dirty work“ verrichten.

Der 52.Pick Luke Harangody ist einer dieser Spielertypen, die kaum Upside haben, aber mit erwachsenem Spiel auch als Rookie brauchbare Instant-help sein können. Seine 17/7 für Boston in der schwächeren Orlando-SL sollten auch einen Vertrag in einem Win-Now-Team wie den Celtics bedeuten.

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