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by Flo HolnburgerDarren Collison – Rising Landei?
Ein Spieler ist in der NBA doch irgendwie noch nicht wirklich angekommen, bevor er Starter eines Teams ist. Darren Collison wurde jüngst nach Indiana getradet, gilt dort nun großer Hoffnungsträger und könnte sogar zum Most Improved Player der anstehenden Saison aufsteigen. Die Landeier aus Indiana freut's.
Als mittlerer Zweitrunden-Pick des vergangenen Drafts hoffte man in New Orleans einen zweiten Back Up für Chris Paul gefunden zu haben, der keinen allzu großen Unfug in der für ihn abfallenden Garbage-Time anstellt. Spätestens als er dann den verletzten CP3 als Starter in rund 25 Spielen mit 18,8 Punkten, 9,1 Vorlagen bei 49%-Quote und 43%Dreierquote vertrat erkannten auch die letzten Experten sein Talent. Da sich CP3 wegen der Erfolgslosigkeit der Franchise dazu in letzter Zeit reichlich unglücklich in N'Awlins fühlte, meinten viele Collison könne sogar einen Paul ersetzen. Eine rundum perfekte Frischlings-Saison für einen Second Rounder.
Aber wie gesagt, erst wenn man NBA-Starter ist, steht ein Spieler voll in der Verantwortung, jetzt wird es also ernst. Um die Indiana Pacers mussten sich die Schreiberlinge eigentlich jahrelang nicht kümmern. Man wisste was man bekam: Ein mausgraues Beamtenteam um welches das National-TV einen weiteren Bogen machte, als Kate Moss um einen Burger King. Wie langweilig war Indiana? Es war sogar interessanter den Indiana-typischen Cornrows beim wachsen zuzusehen interessanter, als Troy Murphey und Jeff Foster beim Bälle verdaddeln zu beobachten.
Dies dürfte sich nun ändern. Endlich ist wieder Platz unterm Salary Cap, der neues und vor allem qualitatives Spielermaterial zulässt. Mit Finesse-Shooter Danny Granger, eben Darren Collison und Retro-Center Roy Hibbert, der den gesamten Sommer in Indiana blieb um zu schuften, steht plötzlich ein richtig gutes Trio mit Potential bereit. Der 23-jährige Collison dürfte zwar nicht unbedingt an die Zahlen des Vorjahres kommen, aber dennoch eine stabile Saison abliefern. Denn er passt von seiner Veranlagung einfach zu gut nach Indiana als, dass das Bündnis brechen könnte. Als Sohn zweier Leichtathleten (seine Mutter war sogar Olympionikin bei den Spielen '84) ist er rasend schnell und flink. Dies ergänzt sich bestens zum schnellen Spielstil der Pacers. Collison ist ein „True Spot-Up-Shooter“, gleichzeitig hat er seine Stärken in der Isolation. Denn dank seiner Schnelligkeit kann er den Ring bestens attackieren. Ein eindimensionales Shooting-Team wie Indiana hat so etwas regelrecht verzweifelt nötig. Zudem treibt Collison in der Bewegung nach Vorne, der Transition, den Ball schnell an und findet meist den freien Mann – in einem Shooting-Team wie Indiana eben sehr wichtig.
Schwächen hat Collison im Set Play- Dieses System spielen die Pacers unter Coach Jim O'Brien allerdings eh kaum, dennoch sollte er sich aber hierbei etwas verbessern, da mit Roy Hibbert eine kleine Zonen-Maschine am entstehen ist. Collison agiert oftmals überhastet und wirft die Pille zu schnell zum Mitspieler, bevor der ihn überhaupt erwarten konnte. In seiner Starter-Phase bei den Hornets kamen auf 9 Vorlagen satte 4 Ballverluste pro Abend. Ein Floor-General ist Collison also noch nicht. Plus: Auch wenn er sich in Defensive bemüht, bleibt er dort ohne große Effektivität. Stärkere Gegner drücken ihn Weg, größere werfen drüber....aber Defense spielt im Run'n'Gun-Style der Pacers ein untergeordnete Rolle.
Der Fit ist optimal, das Risiko minimal. In Collison bekommt Indiana einen legitimen NBA-Starter zum günstigen Rookie-Salär von 1,3 Millionen Dollar. Falls das Experiment fehlschlägt, kann er in den kommenden zwei Spielzeiten eiskalt gewaived werden. Falls es klappt hat Indiana die Option auf ein günstiges viertes Vertragsjahr....jaja, mit den armen Second-Rounders kann man ja derartige Knebelverträge machen. Indiana steht jedenfalls noch finanzieller Handlungsspielraum für etwaige Neuverpflichtungen offen.
Wenn jetzt das Trade-Throw-in James Posey zu Pre-Knee.Injury-Zeiten zurückfindet, könnte bereits im kommenden Jahr ein Playoff-Spot herauskommen, denn Collison bringt in Indiana endlich Stabilität auf der Point Guard-Position - bereits vergessen scheinen diese ewigen One-Year-Solutions, „DC“ kann die Offense der Pacers auf ein neues Level heben. Man darf also wirklich gespannt auf die Saison der „langweiligen Landeier“ sein.
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