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Waren das unsere Jungs?
Aug. 30, 2010 / Nationalmannschaft
by Flo Holnburger
FIBA 2010-RECAPtain: Deutschland vs. Australien
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Man kann leider nicht immer über seine Verhältnisse spielen. Es war bisher wirklich fantastisch zuzusehen wie Greenhorn Pleiß gegen gestandene NBA- und ACB-Veteranen standhielt. Wie die zukünftigen Zweitliga-Spieler Steffen Hamann und Demond Greene ihre Gegenspieler, die das dreifache Gehalt verdienen, nass machten.  Wie Jan Jagla eine Leistung bot, bei der man an den alten „Nowitzki-Klon“-Joke denken musste. Nein, beim 43-78 gegen Australien war davon nichts zu sehen.

Dabei fand das deutsche Team eigentlich ganz gut in die Partie hinein. Die ersten zwei Minuten langte man defensiv ebenso ruppig wie die gewohnt physisch spielenden Aussies zu. Die junge DBB-Truppe war offenbar instruiert, sich gegen die Boomers nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Jagla spielte Robin Benzing schön an, der einen Jumper sicher einnetzte. Weitere 65 Sekunden blieb es bei diesen 2-0, auch dank Pleiß der Patty Mills sauber pflückte. Doch zuvor bemerkte man bereits, dass Deutschland arge Nöte im Spielaufbau hatte. Die Verteidigung Australiens war zu druckvoll. Gute Würfe konnten nicht erarbeitet werden, falls doch wurden sie kläglich vergeben. Die Folge war ein 12-0-Run der Australier.

Deutschland verteidigte sehr ansprechend, zwei Aussies waren aber nicht zu halten, Entweder zog der pfeilschnelle Patty Mills in die Zone und fand den Abschluss oder passte mit heute überragender Übersicht. Die Passwege waren meist zu, aber ein 130-Kilo-Mann wie Aleks Maric kann natürlich alles und jeden umwalzen. Mitte des zweiten Viertels wuchs so der Rückstand auf satte 19 Zähler an. An einem katastrophalen Abend wie diesen, war natürlich auch in Hälfte Zwei kein Aufschwung zu erwarten. Da die Aussies gnadenlos bis zum Ende kämpften – sogar der allerletzte Angriff wurde ausgespielt – fiel die Klatsche herber als ein Schweppes-Drink aus.

 Erfahrung ist eine nützliche Sache. Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte.
Eine Mischung aus Unerfahrenheit, mentaler Sperre und ausgelaugten Körpern führte zum Desaster. Die DBB-Jungs hinkten immer zwei Schritte hinterher. Klar, der Spielplan mit den drei Gruppen-Favoriten in drei Tagen war bestialisch, deswegen sind die müden Beine sicherlich erklärbar. Dem jungen Team fehlt hierbei sicherlich noch etwas die Wettkampfhärte, derartige Belastungen gut wegzustecken. Das bringt halt leider erst die Zeit.

Wie eingangs erwähnt, ein Team kann nicht immer über seine Verhältnisse spielen. Auch bei der EM 2009 startete Deutschland mit einem Sensations-Sieg über Russland um Tags darauf eine komplett unerwartete Klatsche gegen Lettland zu erhalten. Das junge DBB-Team scheint schwer „competitive“ zu sein und orientiert sich stets an der Stärke des Gegners. Die Rolle des Underdogs liegt dem Team dabei deutlich besser. Zumindest in diesem Punkt scheinen sich die Jungs zum vorangegangenen Jahr nicht entwickelt zu haben. Aber mal ehrlich, „competitive“ ist keine Schwäche sondern ein Grund warum man das deutsche Team so lieben muss.

Zum ersten Mal bei diesem Turnier enttäuschten diesmal allerdings auch die Veteranen. Hamann und Greene waren neben der Spur, auch Jagla war unterdurchschnittlich.    Ihnen sei ein Ausrutscher nach unten erlaubt, leider konnten sich die Youngster derweil ein weiteres Mal nicht wirklich empfehlen. Benzing und Staiger sind noch nicht im Turnier angekommen und Elias Harris darf nur Mitläufer sein, da er kaum angespielt wird. Einzig Tibor Pleiß und mit Abschnitten Tim Ohlbrecht erfreuen das Basketballerherz.

Mund abputzen, weiter geht’s. Siege – und bitte schöne Blowouts - gegen Angola und Jordanien sind nun Pflicht, Nur so dürfte der dritte Platz möglich sein, der das Team vom Hammer-Achtelfinale gegen die USA bewahrt.

 Der deutsche Basketball träumte jedenfalls weiterhin von einer besseren Zukunft und die „Sneak Peak“ davon, die wir gerade hier in der Türkei erleben, gefällt uns bisher immer noch allerbestens.

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