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Riesen gegen Zwerge
Sep. 01, 2010 / Nationalmannschaft
by Flo Holnburger
Preview: Deutschland vs. Angola
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Angola: 13 Millionen Einwohner
Größte Erfolge: Abonnementsmeister Afrikacup, WM-Achtelfinale 2006
Yabazz-Tipp: Vorrunde

Angola ist das USA Afrikas - sie dominieren dort mehr als Dwigth Howard bei einem Pickup-Game in einem Pfadfindercamp. Seit 1989 gewannen sie zehn mal die Afrikameisterschaft. Aber Afrika ist nun mal leider immer noch ein Kontinent in der Entwicklung. Die Regierung Angolas gilt dabei sogar als klischeehaftes Paradebeispiel einer korrupten Regierung so, dass trotz reichhaltiger Ölvorkommen kein Geld beim Volk ankommt.

Den Basketballern geht es da sicherlich etwas besser, das Team selbst lies in den letzten vier Jahren allerdings ziemlich nach. Noch bei der WM 2006 drängte man gegen Nowitzki-Deutschland in die doppelte Overtime und an den Rand einer Niederlage. Man schien so den Anschluss an die erweiterte Weltspitze gepackt zu haben, zahlreiche Spieler gingen nach Europa, v.a. in Angolas ehemaliger Kolonialmacht Portugal. Doch alle enttäuschten, nun entstammen alle 12 Kaderspieler ausschließlich der angolanischen Liga.

Bei der WM 2010 gab es bisher eine desolate Vorstellung gegen Serbien (-50), ein hart erkämpfter Sieg über Jordanien (+14) und eine standesgemäße Niederlage gegen Argentinien (-21) zu sehen.  Das Team ist bei weitem nicht mehr so athletisch wie noch 2006, das Problem bleibt traditionell die fehlende Länge auf den großen Positionen. Es steht und fällt alles mit den Leistungsträgern Joaquim Gomes, Olimpio Ciprano und Eduardo Mingas.

Backcourt:
Als Point Guard startet der 39-jährige Miguel Lutonda. Eigentlich trat er bereits vor drei Jahren aus der Nationalmannschaft zurück. Lutonda ist eigentlich so „washed up“, dass er nur noch von seiner Erfahrung zusammen gehalten wird. Komplett zu vernachlässigen ist der sichere Dreierwerfer aber nicht. Auf der Zwei spielt Carlos Morais. Mit 1,90m kommt er fast schon mit angolanischen Forward-Gardemaß daher. Er wird wohl der kommende Leader Angolas. An guten Tagen kann Morais keinen Distantwurf daneben legen.

Frontcourt:
Die fehlende Länge macht dem Team zu schaffen, aber sie machen vieles durch robuste Athletik und Kampfgeist wett. Zudem setzt Angola konsequent auf den Distanzwurf. Auf der Drei startet der aus Köln bekannte Joaquim Gomes. Der 30-jährige ist bisher der Topscorer Angolas (11,3ppg). 100Kg auf 193cm zeigen einen ordentlichen Frame auf, athletische und energiegeladene Spielweise machen ihm zum Anführer. Wie fast alle „Big Men“ Angolas beherrscht er den Distanzwurf. Auf der Vier startet derweil Olimpio Cipriano. Mit 1,94m ist er da natürlich reichlich undersized. Trotzdem kann auch er sich in der Zone gelegentlich durchsetzen.
Center ist der 31-jährige Eduardo Mingas. Er ist mit exakt 2,00m der einzige Spieler der Startformation, der die 2m-Marke erreicht. Er legt weniger wert auf den Wurf als vielmehr auf eine extrem physische Art. Er war immerhin Topscorer Angolas bei den olympischen Spielen.

Bank: Auf den kleinen Position fällt das Niveau drastisch ab. Im Frontcourt ist etwas Hilfe von Angolas „2,06m-Riesen“ Hermen Mbunga zu erwarten. Ambrosio und Almeida sind zwei Forwards, die auf den Distanzwurf spezialisiert sind.

Fazit: Falls man sie lässt werfen die technisch gut ausgebildeten Angolaner gerne und viele Dreier. Kombiniert mit ihrer robust-athletischen Spielweise könnte das die Deutschen ärgern. Aber wohl nicht länger als zwei Viertel. Die Länge fehlt und mittlerweile auch die Klasse. Das DBB-Team ist ausgeruht und sollte wieder besser spielen. Selbstvertrauen tanken ist angesagt.

Clash of Starters:

PONT GUARD: Miguel Lutonda vs. Steffen Hamann
9cm Längenunterschied. Steffi ist schneller, größer, smarter, besser.

SHOOTING GUARD: Carlos Morais vs. Demond Greene

5cm Längenvorteil für Angola. Endlich mal ein Gegner, dem der kleine Greene in die Augen schauen kann. Läuft alles normal schaltet Greene seinen Gegenspieler aus und Staiger/Schwethelm dürfen viel Spielpraxis sammeln.

SMALL FORWARD:  Joaqim Gomes vs. Robin Benzing

Unangenehme Aufgabe für Benzing. Der flinke Gomes ist 16cm kleiner. Vorne kann „Uns-Benzing“ aber locker über den Zwerg werfen. → 20 Punkte?

POWER FORWARD: Olimpio Cipriano vs. Jan Jagla
19cm Längenunterschied. Jagla müsste den armen Cipriano wahlweise überpowern oder überwerfen. Hinten ist der kleine Mann natürlich etwas unangenehm zu spielen.

CENTER: Eduardo Mingas vs. Tibor Pleiß

16cm Längenunterschied. Der geschickte Verteidiger Pleiß bekommt es mit einem Kraftpaket zu tun, Lösbare Aufgabe, da auch Pleiß nicht mehr ganz die Bohnenstange vergangener Tage ist.

Das macht in der Starting Five also insgesamt geschmeidige 55cm Längenvorteil. Nutzt also bitte diesen Vorteil aus, Jungs


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