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Frust nach dem Aus
Sep. 02, 2010 / Nationalmannschaft
by Flo Holnburger
Es bleibt die Sneak-Peek in eine bessere Zukunft
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Wie heißt es in einer Textzeile auf der neuen Scheibe der Band „Wir sind Helden“? „Träume, die zu schwer zum fliegen sind.“ Auch eine Nacht nach dem Angola-Desaster und dem schwarzen Loch Vorrunden-Aus ist der Frust noch nicht gewichen. Das junge deutsche Team hat massig Potential, scheint aber vor allem mental noch nicht so weit wie erhofft zu sein. Trotzdem gibt es keinen Grund um an den Talenten zu zweifeln.

Im Grunde genommen war das deutsche Team ja nicht mal als WM-Teilnehmer angedacht. Nur weil Superstar Dirk Nowitzki vage Hoffnungen auf einen Start machte, erhielt das DBB-Team die Wildcard. Doch vergaßen wir Basketball- Fans zu schnell. Endlich hatten wir wieder mal ein paar Talente, die zierlichen Anfangserfolge bei der EM '09 kamen hinzu, die NBA-Manager bekundeten ihr Interesse und schon startete der Hype. Ein Hype, der uns vermutlich verblendete und nicht die schonungslose Wahrheit sehen lassen wollte. Die Jungs sind noch nicht so weit.

Wenn aber eine Mannschaft nun mal bei einer WM dabei ist, sollte auch das Maximum erreicht werden. Coach Bauermann verstand es hervorragend, gleich zu Beginn der WM, das Spiel der Favoriten aus Argentinien und Serbien zu zerstören. Deutschland war auf einer Augenhöhe mit zwei, geschwächten, aber trotzdem wirklich guten Teams. Besonders im Spiel gegen Serbien war man über einen Großteil das bessere Team und verdiente sich am Ende den Jagla Dusel-Dreier redlich. Im Kopf frischer als ein Eiszapfen, machte es unglaubliche Freude der Mannschaft zuzusehen.

Der Zusammenbruch?

Hatten die Jungs Angst vor der eigenen Courage? Plötzlich begann das Gestolpere. Die Veteranen stellten weitgehend das Spielen ein, das DBB-Team agierte kopflos und fehlerbehaftet. So wurde das desolate Spiel gegen Australien noch als einmaliger Ausrutscher abgetan, der auf fehlende Power und mentalen Burn-out nach dem Super-Spiel geschoben wurde. Doch mit der Partie gegen Angola ging die Verkrampfung weiter.Die Afrikaner zeigten auf, wie weit man mit gnadenlosem Einsatzwillen, Kampfgeist und mentaler Fitness kommt. Von einem talentfreien Gegner zerpflückt, den Deutschland vermutlich in 8 von 10 Duellen im Griff hat. Besonders schmerzlich dabei: Man wurde ebenso überrannt wie man es zuvor mit Argentinien (beinahe) und Serbien machte.

Realität eine andere

Es liegt in dieser unterirdischen Leistung begründet, warum nun weitgehend der Frust herrscht. Unter Fans, die Spieler und Trainer verteufeln und unter den Spielern selbst. Auf Spox.com berichtet Haruka Gruber von einem fluchenden Pleiß von heulenden und enttäuschten Profis. Es wäre doch schließlich auch so mehr möglich gewesen, Platz 2 bestenfalls oder zumindest das Achtelfinale!

Doch die Realität ist nun mal eine andere. Zwei Spiele agierte eine junge Truppe ohne echten Anführer beinahe glorreich über ihrem eigentlichen Niveau. Danach wurden die Schwächen offenbart. Das Team hat noch nicht die mentale Fitness (die athletische Fitness fehlt im Übrigen ebenfalls) einen schwächeren Gegner zu dominieren. Ganz einfach deswegen, weil man noch zu unerfahren ist. In Deutschlands höchster Spielklasse werden die jungen Spieler in der „Knusperzeit“ ja auch weiterhin höchst spärlich eingesetzt – so gesehen waren diese Tage von Kayseri Gold wert.

Fortschritte sind da!

Auch wenn viele der Youngster ein enttäuschendes Turnier spielten und ordentlich Ernüchterung um Benzing, Harris und Co. Einkehrte, die Fortschritte als Team sind nicht zu verleugnen. Besonders in den ersten Spielen wurde so bspw. eine teils hervorragende Arbeit in der Mannschaftsverteidigung erledigt.

Es war eine Sneak Peak, eine Preview auf die Zeit von 2013, vielleicht erst 2016 oder 2018, wenn alle Spieler in ihrer Prime angekommen sind. Man sollte nicht zu frustriert sein, das junge Team beginnt erst wirklich gut zu werden und befindet sich immer noch in de Lernphase. Es steht am Anfang. Nun es heißt Rückschläge zu verarbeiten, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und mehr denn je hart an sich arbeiten.


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Foto daveknapik (creative commons)

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