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Luft raus
Sep. 02, 2010 / Nationalmannschaft
by Flo Holnburger
FIBA 2010 – RECAPtain: Deutschland vs. Jordanien
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Es gab Momente in diesem Spiel, in dem Dirk Nowitzkis „eternal struggle“mit diesen Blähtonkügelchen das amüsanteste war. Das abschließende und wertlose WM-Match gegen Basketball-Entwicklungsland Jordanien kam wie ein klassisches Vorbereitungsspiel daher. Das junge deutsche Team konnte das Gesicht wahren, eine „half-assed-performance“ reichte zum lockeren 91-73-Sieg.

Dabei startete die DBB-Truppe ganz nach dem Motto: „Druckfrei lebt's sich besser.“ Wenn man die Freiwürfe-Punkte mitzählt, scorten die Jungs die ersten 16 Punkte in der Zone. Dem Gefühl nach ungefähr dreimal soviel als gegen Angolas Zwerge. Vor allem Tibor Pleiß nahm sich offenbar einiges vor und sorgte im Alleingang für die ersten 7 Punkte. Das Start-Viertel endete 28-17. Doch danach rotierte Coach Bauermann etwas übertrieben durch und es entstand ein Bruch im Spiel. In folge dessen kamen die Jordanier sogar auf einen Zähler heran. Der wenig angespielte Jagla antwortete aber postwendend mit einem Dreier. Zur Halbzeit lag Deutschland wieder mit 7 vorne.

In Hälfte Zwei war die Schludrigkeit dann endlich vorüber. Vor allem Tibor Pleiß blieb immer anspielbar und nutzte gegen die zwar langen zugleich aber strunzlahmen jordanischen Center seinen Geschwindigkeitsvorteil geschickt aus und sorgte mit „Spin-Move-baby-hook“-Aktionen im Akkord für einen individuell gesehen sehr gelungenen WM-Ausklang. Im Laufe des dritten Viertels setzte sich die Klasse der Deustchen allmählich durch. Wirkungslos blieb da auch der jordanische Coach, der mit hochrotem Kopf die gesamte Auszeit-Phase für lautstarkes Player-Bashing nutzte. Im Schlussviertel setzte Bauermann auf die Hinterbänkler, die sich nichts mehr verkehrt machten.

Fazit: Warum nicht gestern so? 1. Weil Jordanien erheblich weniger athletisch als Angola ist und weil 2. bei Jordanien dazu ebenfalls der Kampfeswilleder leeren Luft wich und 3. weil Deutschlands junge Spieler druckfrei einfach besser spielen. Deutschland war über 34 Minuten das bessere Team, ließ sich von den heute besonders schwachen Jordaniern allerdings viel zu lange nerven.


Einzelkritik:

Tibor Pleiß – 23P – 9R – 9/10FT
Bester Spieler auf dem Feld. Erwähnenswert ist sein starker Freiwurf. Dies kombiniert mit seiner smarten Defense könnte ihn für zukünftige „Knusperzeiten“ zukünftig unverzichtbar machen.

Lucca Staiger – 16P
War heute nochmal richtig motiviert und verließ sich nicht nur auf den Distanzwurf. Guter Abschluss für Staiger.

Jan Jagla – 14P – 3A
Hielt nur 6mal drauf. Nahm sich heute zurück.

Chris McNaughton – 12P
12 Zähler in 12 Minuten. Kam rein, nutzte seine Größe und verursachte Schaden. Gegen Jordaniens lange Jungs wirkte sogar „Naughty“ wie Usain Bolt.

Tim Ohlbrecht – 7P – 10R -3A
Wieder ein gutes Spiel für Ohlbrecht

Elias Harris – 7P – 100%Quote
Rehabilitierte sich zumindest teilweise gegen die kraft- und saftlosen Jordanier

Robin Benzing – 5P – 1/5 Würfe
Nicht sein Turnier

Steffen Hamann – 4P – 4A
War bemüht keine Fehler zu machen. Dies gelang ihm nicht, aber immerhin produzierte er keinen einzigen Ballverlust.

Philipp Schwethelm – 3P
Blieb nach seinem Gala-Spiel gegen Angola diesmal unauffällig. Arbeitete aber wieder zuverlässig.

Demond Greene/ Heiko Schaffartzik/ Per Günther – 0P
Greenes Form ist wie abgewürgt, Schaffartzik nahm sich zurück, Günther mit anständigen 7 Schlussminuten des Turniers.

Elias Harris hat Hops. Aber gegen Jordanien ist das wohl Pflicht: "He has to jump vs. Jordan!"

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