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Warum die NBA noch warten muss
Dec. 20, 2010 / BBL
by Flo Holnburger
Marko Pesic über Robin Benzing – „Zu 99,9% keine NBA im nächsten Jahr“
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In einem langem Interview, das wir mit Marko Pesic in dieser Woche führten und welches morgen erscheint, fiel im Gespräch natürlich auch der Name Robin Benzing. Der 97-fache Nationalspieler Marko Pesic ist in Deutschland nach seiner aktiven Karriere wohl (noch) am meisten für seine Beratertätigkeit bei Robin Benzing bekannt, der wiederum schließlich Deutschlands größtes Basketball-Talent ist.

2008, in der zweiten Liga entwickelte sich fernab einer größeren Öffentlichkeit ein blasser, schlaksiger Junge in rasantem Tempo. Nun wissen wir leider nicht ob Benzing klammheimlich eine Zeitmaschine entwickelte und sich einfach mit seinem drei Jahre älteren ICH aus einem Paralleluniversum austauschte - Fakt ist aber, dass Benzing bei der Jugend-EM als Topscorer glänzte. Als kolossal namenloser No-Name bei der anschließenden Herren-WM nutzte er die Freiräume, die dem unbekannten Blonden zugestanden wurden, perfekt aus und potenzierte so seinen Marktwert. Ulm hatte Benzing da schon unter Vertrag genommen und sollte für zwei Jahre seine Heimat sein. Der Vertrag läuft nun nach dieser Saison aus. Nachdem bereits im letzten Jahr viel über eine NBA-Draft-Anmeldung sinniert wurde und Benzing erst relativ spät seinen Namen zurückzog, wird er für den Draft 2011 altersbedingt automatisch angemeldet sein.

Daher die Frage an Marko Pesic, wie die Signale darüber sind, ob Robin Benzing 2011 in der NBA spielen wird? Pesics deutliche Antwort: „Benzing spielt in der nächsten Saison zu 99,9 Prozent nicht in der NBA!“

Das bedarf natürlich mehr Erklärung. „Derzeit ist die NBA kein Thema für ihn, da seine persönliche Verbesserung und der Erfolg im Verein allein wichtig sind. Seine Konzentration gilt also dem Jetzt. Erst im Sommer ändern sich die Prioritäten. Das ist dann eine ganz andere Sache. Er wird wie letztes Jahr wieder in Treviso vorspielen, um sich zu empfehlen. Danach kommt der NBA-Draft. Wenn er gedraftet wird, ist es gut, aber in der NBA wird er dann wohl noch nicht spielen."

Es natürlich schwer vorstellbar, dass ein Talent wie Robin Benzing ungedraftet bleibt, aber Pesics Aussage bedeutet natürlich nur eines: Benzing wird in Deutschland oder Europa 'geparkt'.


Pesic erklärt den Grund: "Ich vergleiche ihn gerne mit Tibor Pleiß, der im vergangenen Jahr gedraftet wurde und in Deutschland blieb. Tibor spielte zuvor aber bereits drei Jahre in der BBL und machte das hervorragende Training in Köln unter Obradovic und Kukic mit. Das fehlt Robin ein bisschen, der noch zwei Jahre in Langen (Zweite Liga) spielte - auch wenn er dort sicherlich ebenfalls gut trainierte. Ich sage immer, dass ihm diese zwei Jahre fehlen. Er hat in seinem ersten Profi-Jahr großartige Fortschritte gemacht und wird sich in den kommenden zwei Jahren noch weiter entwickeln.“


Robin Benzing wird uns also noch eine Zeitlang, mindestens aber wohl zwei Jahre, auf diesem Kontinent erhalten bleiben. Ob es nun in Deutschland bei einem großen oder kleinen Verein oder bei einem europäischen Spitzenclub mit EuroLeague-Anbindung ist, bleibt seine Entscheidung. In Ulm entwickelte er sich in diesem Jahr jedenfalls zufriedenstellend. Selbstbewusste Emotionen, Durchsetzungswille und Kampfgeist sind neu im Charakter-Repertoire, was zu seinem insgesamt abgeklärterem Spiel natürlich bestens passt.    

Aber auch wenn Benzing nun Topscorer in Ulm ist, die meisten Minuten erhält, die meisten Würfe nimmt und die meisten Systeme über ihn gelaufen werden, Benzings Spiel hat noch einige Lücken. Marko Pesic liegt also schon richtig, wenn er ihm deswegen noch die besseren Entwicklungsmöglichkeiten in Europa angedeihen lassen möchte.

Am hinteren Ende der Bank eines NBA-Teams möchte das Talent wohl niemand sehen. Man kann hierbei an die zahlreichen französischen Talente erinnern, die frühzeitig und noch zu unreif in die NBA wechselten um sich dort kaum zu entwickeln. Boris Diaw, Ian Mahinmi, Johan Petro oder ganz aktuell Washingtons Kevin Seraphin hätten mehr erreichen können als bis jetzt auf ihrer Habenseite steht.

Lockout 2.0
Sehr interessant ist dabei die Tatsache, dass Robin Benzing bei einem NBA-Start in die Fußstapfen von Dirk Nowitzki treten würde. Eigentlich sollte man Vergleiche zwischen den beiden tunlichst vermeiden, aber der Würzburger kam eben in die NBA als der Lockout herrschte. Im kommenden Jahr droht eine weitere Aussperrung, was wieder einen verspäteten Saison-Start und eine minimale Vorbereitungsphase zur Folge hätte. Nowitzki galt damals in seiner Rookie-Saison bereits als gescheitert, glücklicherweise hatte er aber mit Don Nelson einen unerschütterlichen Förderer an seiner Seite, der ihn nicht zu schnell aburteilte. Nach der Saison arbeitete Nowitzki hart in Offseason, nahm an der gesamten Vorbereitung teil und etablierte sich darauf in der NBA.

Für Benzing bedeutet dies einfach, dass er gleich mehrere triftige Gründe hat seine NBA-Zeit nach hinten zu verschieben. Dies scheint zu „99,9%“ sicher zu sein

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