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Das Interview mit dem DBB-Journal
Oct. 28, 2011 / Nationalmannschaft
by Flo Holnburger
Patrick Heckmann und Mathis Mönninghoff - „Im NCAA-Finale 2012 spielen wir gegeneinander
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Mit freundlichster Genehmigung zeigen wir das Interview von DBB-Pressesprecherin Elisabeth Kozlowski mit unseren beiden U20-Helden Patrick Heckmann und Mathis Mönninghoff. Das herrlich lockere Gespräch mit Paddy und Maddy entstand vor der Jugend-EM in Bilbao beim Auftaktlehrgang in Paderborn. Es zeigt auf, wie gut die Stimmung bereits vor dem großen Erfolg war.


Das DBB-Journal erscheint übrigens sechs Mal im Jahr, kostet fast nichts. (19,80€ im Jahr) ist aber dafür proppenvoll mit interessanten Stories. Ein paar Monate nach dem Erscheinen wird es dann auch noch hier zum kostenlosen Download angeboten (Klick).


Dass sich die beiden U20-Nationalspieler Mathis Mönninghoff und Patrick Heckmann gut verstehen, konnte man vermuten. Beide sind sympathisch, bodenständig und haben mehr als einen kleinen Schalk im Nacken. Dass das als Interview geplante Gespräch mit dem DBB-Journal im Rahmen des gemeinsamen Auftaktlehrgangs in Paderborn allerdings so kurzweilig werden würde, überraschte uns dennoch. Neben den sehr persönlichen Saisonrück- und ausblicken erfuhren wir außerdem Patrick Heckmanns besondere Vorbereitung auf die letzte sportmedizinische Untersuchung und enthüllen den Plan, den die beiden Jungs für das NCAA-Finale 2012 ausgeheckt haben.


Elisabeth Kozlowski: Patrick, im letzten DBB-Journal stand für Dich noch nicht fest, wo Du nächste Saison spielen wirst. (Mönninghoff entdeckt die Story über Heckmann im letzten DBB-Journal: „Wahnsinn, Paddi, da bist ja Du! (Ausgabe 20 ) Jetzt ist bekannt, dass Du ans Boston College wechselst. Was waren die Gründe für Deine Entscheidung?

Heckmann: Einerseits habe ich in Boston eine gute akademische Ausbildung und andererseits hat mich natürlich das Basketball-Programm überzeugt. Wir spielen in einer guten Conference und der Trainerstab hat mich sehr von dem Programm überzeugt. Es kommen viele neue Spieler dazu, so dass ich gerade auch am Anfang auf viel Spielzeit hoffe. Außerdem ist Boston eine schöne Stadt, in der ich mich sicher wohl fühlen werde.

Mathis, als es um die akademische Ausbildung ging, konntest Du Dir einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen... Wie bewertest Du Patricks Entscheidung und Gewichtung als derjenige von Euch beiden, der schon ein Jahr College- Erfahrung hinter sich hat?

Mönninghoff: Die akademische Ausbildung ist natürlich wichtig, auch wenn ich eben gelacht habe. Man will ja auch nach dem College etwas in der Hand haben. Es ist generell wichtig, dass alles stimmt und man sich wohl fühlt. Die Coaches sind da ebenso wichtig wie der Campus und das Schulprogramm. Von daher finde ich seine Entscheidung gut und freue mich für ihn.

Hattet ihr vor der Entscheidung Kontakt und habt Euch abgestimmt?

Heckmann: Wir hatten in der letzten Zeit auf jeden Fall Kontakt. Es stand auch kurz zur Debatte, dass ich in die Division wechsele, in der Mathis spielt. Neben Boston war auch die University of San Diego eine Option. Aber das wollte ich Mathis dann doch nicht antun, gegen mich zu verlieren...

Mathis, was ist Dein Kommentar dazu?

Mönninghoff: ...Hmmm, das lasse ich jetzt mal so stehen.

Heckmann: Wahrscheinlich wäre es sowieso eher umgekehrt gewesen...

Patrick, hast Du die Saison von Mathis verfolgt, und in wie weit hat das Auf und Ab bei Mathis auch eine Rolle in Deinen eigenen Planungen gespielt?

Heckmann: Klar habe ich Mathis‘ Saison verfolgt. Es war irgendwie ganz komisch, weil ich mich sehr mit ihm identifiziert habe. Immer, wenn er gut gespielt hat und es für ihn lief, wollte ich auch wechseln. Und wenn es dann mal nicht so lief, habe ich dann doch wieder gezweifelt - auch wegen der Spielzeit. Aber gerade am Anfang...Wahnsinn! Als Mathis vier Dreier getroffen hat, bin ich richtig ausgerastet zu Hause!

Mathis, wir haben Deine Saison auch begleitet; uns mit Dir über den starken Beginn gefreut und auch mit Dir gelitten, als es nicht so gut lief. Wie bewertest Du Deine erste Saison?

Mönninghoff: Ich bin insgesamt mit der Saison zufrieden. Dafür, dass ich ein Freshman war, habe ich relativ viel Spielzeit bekommen und mich entwickeln können. Im nächsten Jahr will ich aber mehr spielen und mich auch auf dem Feld weiterentwickeln. Natürlich ist es schade und auch ein bisschen ärgerlich, dass ich am Ende dieser Saison so wenig gespielt habe. Bei der March Madness habe ich ja nur gegen BYU gespielt...

(In jenem Spiel der Sweet Sixteen unterlag Gonzaga BYU mit 67:89. Mathis Mönninghoff wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, am Ende des Spiels gegen den Star der gegnerischen Mannschaft, Jimmer Fredette (der an diesem Abend 34 Punkte und 7/12 Dreier auflegte - später 10.Pick im NBA-Draft 2011 -  zu spielen. – Anm. d. Red.) Die dann folgende Diskussion versucht Mönninghoff verzweifelt zu stoppen...

„Leute, ich sag‘s Euch, der ist WIRKLICH gut!“

Heckmann: Mathis, weißt Du eigentlich, dass ich mir wegen Dir die Nächte um die Ohren geschlagen habe und fast meine sportmedizinische Untersuchung vergeigt hätte?! Ich habe das Spiel nämlich nachts gesehen und deswegen den einen oder anderen Kaffee getrunken. Als das Spiel dann um fünf Uhr morgens vorbei war, habe ich erst gemerkt, dass ich eigentlich in vier Stunden den Termin für den medizinischen Test habe... Ich hatte wahrscheinlich zehn Liter Kaffee im Blut.

Mönninghoff: Danke, Paddi! Du bist ein echter Kumpel! Eigentlich hätten wir hier zu dritt sitzen sollen, denn mit Niels Giffey haben wir in der U20 ja noch einen weiteren College-Spieler.

Habt ihr beide den Siegeszug von UConn verfolgt und wie seht ihr die Rolle von Niels Giffey?

Mönninghoff: Das ist Wahnsinn! Ich habe das alles noch in den USA mitbekommen und schon gemerkt, was da für ein Hype entstanden ist. Was Niels da erlebt und erreicht hat, ist wirklich krass. Er ist ja auch erst in seinem Freshman-Jahr...

Heckmann: Er hat im Finale ja auch richtig viel gespielt. In den Spielen davor hat er ja kaum gespielt und dann im Finale auf einmal über 20 Minuten. Niels hat super gut verteidigt; ich glaube sogar die Positionen 1-4. Einfach unglaublich.

Im Sommer steht ja so Einiges an: U20-EM, gegebenenfalls Universiade und auch die Herren-EM. Was sind Eure Erwartungen für den Sommer?

Mönninghoff: Der Fokus liegt erst einmal ganz klar auf der U20-EM. Klar, ein bisschen nach oben schielen macht man immer gerne. Das gebe ich auch zu.

Heckmann: Es wird auf jeden Fall ein langer und interessanter Sommer. Wir hoffen alle, dass wir bei der U20-EM gut spielen und dann gucken wir mal. Ich muss am 28. August in den USA sein, vielleicht auch schon ein bisschen früher.

Wenn wir uns in einem Jahr hier wieder zusammensetzen, was glaubt ihr, ist dann passiert?

Heckmann: Dann hat Gonzaga die NCAA-Meisterschaft gewonnen!

Mönninghoff: Das wollte ich gerade auch sagen!

Und bei Euch, Patrick?

Heckmann: Für uns in Boston wird es schwierig mit sieben neuen Freshman... aber vielleicht schaffen wir ja eine Überraschung!

Mönninghoff: Und dann spielen wir im Finale gegeneinander...

Heckmann: ....und chillen beide auf der Bank!




Hier zwei Interviews nach der EM, auch von Elisabeth Kozlowski geführt:




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FOTO: DBB/Kozlowski


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